Mönchengladbach: Anti-Terror-Einsatz gegen vorbestraften Islamisten

SEK-Einsatz in NRW : Anti-Terror-Einsatz richtete sich auch gegen Mönchengladbacher Islamist

Einer der Männer, gegen die Anti-Terror-Einheiten vor zehn Tagen in NRW vorgegangen sind, beschäftigt Ermittler und Justiz schon seit Jahren. Es ist ein 34-Jähriger aus Mönchengladbach, der sich um Umfeld von Sven Lau bewegte.

Unter den Terrorverdächtigen, gegen die Ermittler vor eineinhalb Wochen in Nordrhein-Westfalen vorgegangen sind, ist ein vorbestrafter Islamist aus dem Umfeld von Islamistenführer Sven Lau. Der 34-jährige Mönchengladbacher zähle zu den insgesamt 13 Beschuldigten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Justiz- und Ermittlerkreisen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst berichtet. Die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft wollte dies weder bestätigen noch dementieren.

Der Deutsch-Türke war vom Düsseldorfer Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung 2016 rechtskräftig zu zwei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil er seine schwangere Verlobte und seinen Sohn schwer misshandelt hatte.

Für die zugleich erhobenen Terrorvorwürfe wurde er allerdings freigesprochen. Pech für die Ermittler: Kurz darauf war sein Name auf Listen des Islamischen Staats (IS) aufgetaucht.

Mit seinen Quälereien habe er den Jungen „stählen und zum Gotteskrieger machen wollen“, so das Gericht damals. Die vollverschleiert erschienene Frau des Islamisten hatte vor Gericht die Aussage verweigert. Sie war in ein Frauenhaus geflüchtet, später aber zu ihrem Peiniger zurückgekehrt.

Der 34-Jährige hat seine Strafe inzwischen abgesessen. Die Ermittler hatten die von Tadschiken dominierte Gruppe vor eineinhalb Wochen festgenommen, weil sie von einem unmittelbar bevorstehenden Anschlag ausgingen. Beweise für den Verdacht fanden die Ermittler aber nicht und alle Beschuldigten kamen wieder frei.

Die Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft geht aber nach wie vor davon aus, dass die Gruppe Waffen und Sprengstoff versteckt hält und es sich bei einigen von ihnen um eine Terrorzelle des IS handelt. Auslöser für den länderübergreifenden Anti-Terror-Einsatz war die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken mit hoher Geschwindigkeit durch die Essener Fußgängerzone.

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(mba/dpa)