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Sperrung der A40: Mit Hochdruck füllen zwei Trupps Beton unter die Autobahn

Sperrung der A40 : Mit Hochdruck füllen zwei Trupps Beton unter die Autobahn

In zwei Schichten arbeiten Experten von Straßen NRW daran, den Hohlraum unter der A 40 zu verfüllen. Nachts muss der Beton durchhärten. "Wir hoffen, bis Ende April, Anfang Mai damit fertig zu werden", sagt ein Sprecher. Einen Plan B für den 1. Mai, wenn auch die A 59 dicht macht, gibt es nicht.

Seit dem vergangenen Mittwoch ist die A40 zwischen dem Dreieck Essen-Ost und der Abfahrt Essen-Huttrop in Fahrtrichtung Bochum gesperrt. Auch die A 52 ist kurz vor der Einmündung auf die A 40 ab Essen-Bergerhausen Richtung Bochum dicht.

Der Grund: Ein zufällig entdeckter Schacht aus dem Altbergbau im 19. Jahrhundert ließ einen gesicherten Betrieb nicht mehr zu. Auch wenn jahrelang LKWs über die Strecke hinweg donnerten — eine Garantie für die Stabilität der Fahrbahndecke will niemand mehr abgeben.

Bis zu zwei Wochen werden die Bauarbeiten vermutlich dauern, teilte Straßen.NRW zu Beginn der Sperrung mit. "Damit liegen wir derzeit absolut im Zeitplan", bekräftigte ein Sprecher am Dienstag. Doch ob mit Ablauf der zwei Wochen am 29. April der Verkehr wieder ungestört laufen kann, vermag derzeit niemand zu sagen. Zu ungewiss ist, wie viel Zeit und Beton es braucht, um den Hohlraum zu verfüllen, dessen wahre Größe man nur vermuten kann.

Im Ruhrgebiet machen nicht verzeichnete Stollen aus dem wilden Bergbau immer wieder Probleme, der Vergleich der Beschaffenheit der Region mit einem Schweizer Käse ist nicht unberechtigt.

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Noch sind Osterferien, die Verkehrsbehinderungen hielten sich um die A 40 bisher in Grenzen. Doch sollten die Arbeiten auch am 28. März zu Schulbeginn noch andauern, droht Autofahrern im Rhein-Ruhrgebiet der Kollaps. Auch weil ab dem 1. Mai mit der A 59 die nächste Autobahn gesperrt ist. Dann wird die Stadtautobahn zwischen dem Kreuz Duisburg und dem Kreuz Duisburg-Nord gesperrt, zuerst in Richtung Düsseldorf, dann in Richtung Dinslaken.

Einen Plan B für den Fall, dass dann zwei verkehrsstarke Autobahnen gleichzeitig blockiert sind, hat Straßen.NRW nicht vorbereitet. "Wir erwarten keine zusätzlichen Komplikationen", erläutert Frank Theißing, Projektleiter der Baustelle an der A40.

Da die A 40 nur in Richtung Bochum und die A 59 anfangs nur in südlicher Richtung nach Düsseldorf gesperrt ist, erwartet er auch keine Verdichtung des Verkehrs auf der Alternativstrecke über die A3.

Derzeit arbeitet Straßen.NRW unter Hochdruck auf der Baustelle. Wenn auch mit überraschend wenig Personal. Nur zwei Mann kümmern sich um die Verfüllung der Hohlräume. Hinzu kommen Bauleiter und Zulieferer, erläutert Projektleiter Theißing unserer Redaktion.

"Selbst wenn da zehn Mann arbeiten würden, könnten wir nicht schneller sein", sagt der Mann von Straßen.NRW. Denn für den Zugang zum Hohlraum in fast 60 Metern Tiefe steht nur ein zwei mal drei Meter großer Schacht zur Verfügung.

Seit der Entdeckung des Hohlraums arbeite man im Zwei-Schichtbetrieb von sechs bis 14 und 14 bis 22 Uhr. Die Pause in der Nacht dient dazu, das Betongemisch aushärten zu lassen, das mit Hochdruck 58,5 Meter tief in den Schacht gepumpt wird. Bis zum Dienstag sind es bereits 75 Kubikmeter Füllmasse, die in die Tiefe gedrückt wurden. Ziel: Die Erde soll wieder verlässlich tragen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bergbauschäden: A40 und A52 gesperrt

(pst)