Missbrauchsverdacht im Bistum Münster Bischof Genn untersagt Priester jede Tätigkeit

Münster/Borken · Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat einen unter Missbrauchsverdacht stehenden Priester mit Wirkung vom 1. Juni in den Ruhestand versetzt. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts des versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.

 Ein Prieser des Bistums Münster steht unter Verdacht, Kinder sexuell missbraucht zu haben oder das geplant zu haben. (Symbolbild)

Ein Prieser des Bistums Münster steht unter Verdacht, Kinder sexuell missbraucht zu haben oder das geplant zu haben. (Symbolbild)

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Der Münsteraner Bischof Felix Genn hat einen unter Missbrauchsverdacht stehenden Priester des Bistums mit Wirkung vom 1. Juni in den Ruhestand versetzt. Eine kirchenrechtliche Voruntersuchung ist nun zu dem Ergebnis gekommen, dass gegen den beschuldigten Priester der dringende Verdacht des sexuellen Missbrauchs einer seinerzeit minderjährigen Person besteht, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte. Bischof Genn habe ihm per Dekret die Ausübung jeder priesterlichen und seelsorglichen Tätigkeit untersagt.

Die Polizei in Borken bei Bocholt hatte den Angaben zufolge im Februar den Interventionsbeauftragten des Bistums, Peter Frings, darüber informiert, dass gegen den Priester wegen des Verdachts des versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt wird. Die zuständige Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aber wegen Verjährung eingestellt, hieß es.

Eine daraufhin eingeleitete kirchenrechtliche Voruntersuchung sei zu dem Ergebnis des dringenden Tatverdachts gekommen. Die Voruntersuchungsakte werde nun der zuständigen Kommission in Rom zur weiteren Prüfung zugeleitet. Der Interventionsbeauftragte Frings habe das Seelsorgeteam der Pfarrei, in der der Priester zuletzt tätig gewesen sei, über das Ergebnis unterrichtet.

Das Bistum lässt derzeit den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Priester im Zeitraum von 1945 bis 2018 von Historikern der Universität Münster wissenschaftlich aufarbeiten. Die Studienergebnisse sollen am kommenden Montag vorgestellt werden.

(kag/epd)