Missbrauchsskandal in Kirche: Sechs NRW-Staatsanwaltschaften ermitteln wegen Vorwürfen gegen Priester

Missbrauchsskandal in Kirche : Sechs NRW-Staatsanwaltschaften ermitteln wegen Vorwürfen gegen Priester

1670 Kleriker sollen in mehreren Jahrzenten über 3677 Kinder missbraucht haben. Die Akten liegen nun bei sechs Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen.

Wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen elf Priester des Erzbistums Paderborn ermitteln jetzt sechs Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen. Das sagte Oberstaatsanwalt Christoph Zielke am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Nach einer ersten Prüfung der Personalakten durch seine Behörde seien die Akten an die Staatsanwaltschaft in Bielefeld (1 Fall), Siegen (1), Hagen (2), Bochum (2), Dortmund (2) und Arnsberg (2) übermittelt worden.

Auslöser der Ermittlungen war eine Studie der katholischen Kirche, die im September 2018 veröffentlicht wurde. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 katholische Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben.

Zum Teil seien pro Priester wegen unterschiedlicher Vorwürfe mehrere Akten angelegt worden. Das Gebiet des Erzbistums mit den Einsatzorten der Priester reicht von Teilen des östlichen Ruhrgebiets über das Sauerland bis nach Ostwestfalen-Lippe.

Einer von zwei Fällen, für die die Staatsanwaltschaft Paderborn selbst zuständig ist, wurde in der Zwischenzeit wegen Verjährung eingestellt, eine zweite Akte sei nach Bielefeld übergeben worden, sagte Zielke. Hier gehe es um Taten im europäischen Ausland, die nach deutschem Recht verjährt seien. Die Überprüfung vor Ort stehe noch aus. Ermittelt wird wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs.

Nach Auswertung der entsprechenden Personalakten des Erzbistums waren am Ende elf Fälle von Priestern für weitere Ermittlungen übrig geblieben. In den anderen Fällen waren die Männer bereits tot oder es gab schon Strafverfahren.

Ein Forscherkonsortium aus Mannheim, Heidelberg und Gießen hatte die Studie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz angefertigt.

(skr/dpa)
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