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Missbrauchskomplex Münster: Identität des Opfers von Berliner Tatverdächtigen weiter unklar

Missbrauchskomplex Münster : Identität des Opfers von Berliner Tatverdächtigen weiter unklar

Nach der Öffentlichkeitsfahndung ist der Berliner Tatverdächtige im Missbrauchskomplex Münster in Untersuchungshaft. Die Identität eines mutmaßlich schwer missbrauchten Kleinkindes in dem Fall weiter nicht geklärt.

Die Ermittlungen dazu würden intensiv vorangetrieben, um sicherzustellen, dass das Kind in Sicherheit sei, sagte Martin Botzenhardt, Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, am Mittwoch. Am Nachmittag ordnete zudem ein Richter in Berlin Untersuchungshaft für den 37-Jährigen an. Er steht im Verdacht ein Kind schwer sexuell missbraucht zu haben, wie der Oberstaatsanwalt sagte.

Die Polizei hatte den Gesuchten am Dienstagabend in Berlin festnehmen können, nach dem Ermittler aus Münster seit Dienstagmorgen öffentlich mit einem Foto gesucht hatten. Der Mann ist Polizeiangaben zufolge auf mehreren beschlagnahmten Bild- und Videodateien zu sehen, die bei den Ermittlungen im sogenannten Missbrauchskomplex Münster bei Tatverdächtigen sichergestellt worden waren. Die Bilder zeigen „schwere sexuelle Missbrauchshandlungen an einem unbekannten männlichen Kleinkind“, hieß es. Aufgrund des großen Fahndungsdrucks habe sich der Mann unmittelbar vor der Festnahme im Beisein seines Rechtsanwalts telefonisch bei der Polizei gemeldet.

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Noch am Abend war der Staatsanwaltschaft zufolge die Wohnung des 37-Jährigen in Berlin durchsucht worden. Er schweige bisher zu den Vorwürfen, sagte Botzenhardt. Seinen Angaben zufolge gibt es Verbindungen des Tatverdächtigen zu einem bereits verurteilten Täter in dem Ermittlungskomplex. Es liefen derzeit Gespräche mit der Ermittlungsbehörde in Berlin um die Frage der Übernahme des zunächst in Münster geführten Verfahrens, sagte der Oberstaatsanwalt.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Missbrauchsfällen der vergangenen Jahre in Nordrhein-Westfalen. Der Fall kam im Juni 2020 nach Ermittlungen in einer Gartenlaube ans Licht. Im Zuge dessen hatte es in mehreren Bundesländern und im Ausland Festnahmen gegeben. In dem Komplex wurden bereits fünf Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Insgesamt wurden durch die Ermittler mehr als 50 Tatverdächtige identifiziert, von denen derzeit etwa 30 in U-Haft sitzen.

(top/dpa)