Missbrauchsfall Lügde: Polizisten sollen aus Ruhestand zurückgeholt werden

Aktenberge für Untersuchungsausschuss : Polizisten im Ruhestand sollen im Missbrauchfall von Lügde helfen

Das NRW-Innenministerium will Polizisten vorübergehend aus dem Ruhestand zurückholen, um die gewaltigen Aktenberge zum Missbrauchsskandal von Lügde zu bearbeiten. Sie sollen unter anderem die Namen der Opfer anonymisieren.

Dabei geht es darum, die Akten für den Untersuchungsausschuss des Landtags zu anonymisieren. Das Innenministerium hatte dazu Polizeibeamte angeschrieben, die in den vergangenen vier Jahren pensioniert worden waren.

„Der Rücklauf war erfreulich groß“, sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Mittwoch. Man werde die rund 20 benötigten Stellen absehbar mit diesen Freiwilligen besetzen können. Die „Bild“ hatte zuvor über das Thema berichtet. Eine Aktenflut und Datenschutzprobleme behindern bislang die Arbeit des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung möglicher Behörden- und Polizeifehler im Missbrauchsfall von Lügde. 

Die Datenschutzbeauftragte des Landes NRW hatte darauf gepocht, dass die Opfer in den Akten anonymisiert werden müssten, bevor sie an den Untersuchungsausschuss gehen. Das Innenministerium hatte sich daraufhin schriftlich an die Ruheständler gewandt, weil dies „mit eigenen Bordmitteln nicht zu schaffen“ sei. Die Pensionäre bekommen die Arbeit zusätzlich zu ihrer Pension vergütet.

(top/dpa)
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