Microsoft-Trick: Polizei warnt vor Betrügern am Telefon

Betrugsmasche : Polizei warnt vor Microsoft-Trick

Eine 77-jährige Frau aus dem Kreis Wesel ist Opfer des sogenannten Microsoft-Tricks geworden. Seit 2015 kommt es immer wieder zu solchen Betrugsfällen. Das Ziel der Täter ist, über den Computer an Bankdaten und Onlinekonten ihrer Opfer zu kommen.

Falsche Polizisten, Handwerker oder Mitarbeiter von Stadtwerken, aber auch die simple Bitte um ein Glas Wasser - der Erfindungsreichtum von Trickbetrügern scheint keine Grenzen zu haben. Und sie haben immer wieder Erfolg damit. So wie bei einer 77-jährigen Frau aus Sonsbeck (Kreis Wesel), die vergangene Woche Opfer des sogenannten Microsoft-Tricks wurde.

Dabei wurde sie laut Polizei von einem angeblichen Mitarbeiter von Microsoft angerufen, das Gespräch wurde auf Englisch geführt. Angeblich habe man auffällig viele Fehler auf dem Rechner der Frau entdeckt, nun wolle der Mann am Telefon ihr helfen, ihren Computer zu schützen. Zwei Stunden dauerte das Gespräch, währenddessen der Anrufer Zugang auf alle Daten auf dem Computer der Frau erhielt. Erst als er um eine Überweisung von 299 Euro bat, wurde die Seniorin misstrauisch und beendete das Gespräch.

"Diese Masche ist nicht ganz neu", sagt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt (LKA) NRW. Schon vor etwa drei Jahren habe das LKA auf diese Methode von Betrügern hingewiesen, die sich nicht nur auf Senioren spezialisiert haben. Es habe auch schon jüngere Opfer gegeben. Das Ziel sei immer dasselbe: Einen Fernzugriff auf den Computer und damit auf Bankdaten und Onlinekonten zu erhalten.

Die Masche: Die Opfer werden angerufen, meist auf Englisch. Die angeblichen Mitarbeiter von Microsoft teilen dann mit, dass der Computer von einem sogenannten Trojaner befallen sei und mit Hilfe eines Technikers wieder repariert werden könne - eine Fernwartungssoftware werde aufgespielt. So verschaffen sie sich Zugang zum Computer und können sensible Daten aufspüren, etwa Passwörter und Online-Bankdaten. Meistens wird den Opfern dann eine neue Software-Lizenz zum Preis von 300 Euro angeboten. Das Geld soll direkt überwiesen werden.

Schon 2014 waren erste Fälle in Düsseldorf bekannt geworden, im März 2016 kam es dann im Raum Xanten zu mehreren Anrufen angeblicher Microsoft-Mitarbeiter. Im September waren mehrere Fälle des Microsoft-Tricks aus Meerbusch bekannt geworden, damals sprach die Polizei von Fallzahlen im kleinen zweistelligen Bereich.

Wie viele Fälle es wirklich sind, kann Scheulen nicht sagen. "Viele Menschen stellen keine Anzeige, weil sie sich schämen." Er rät in solchen Fällen, sofort aufzulegen und Anzeige zu erstatten. Sollte man doch den Zugriff erlaubt haben, sei es wichtig, sofort alle Passwörter zu ändern. Falls man Online-Banking macht, sollte man sofort die Bank informieren und das Konto sperren lassen.

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(cebu)