Mettmann: NRW-Stadt testet ersten freiwilligen autofreien Sonntag

Wegen Klimawandel : Städte setzen auf autofreie Sonntage - auch Düsseldorf dabei

In Mettmann sollen am Sonntag keine Autos fahren, dort wird auch eine Straße symbolisch gesperrt. In Düsseldorf wird es einen solchen Tag in den kommenden zwölf Monaten zwei Mal geben.

Peter Feyen blickt gespannt auf den kommenden Sonntag. Denn dann wird sich zeigen, wie viele Menschen in Mettmann bereit sind, ihren Wagen für einen Tag stehen lassen. „Ich hoffe, dass möglichst viele mitmachen“, sagt Feyen. „Es wäre ein kleiner Beitrag zur Verbesserung des Klimas“, sagt der Vorsitzende der Genossenschaft „VierViertel für Mettmann“, die die Aktion initiiert hat.

Zum ersten Mal wird am 12. Mai in Mettmann zu einem autofreien Sonntag aufgerufen. Die Ratsfraktionen stehen hinter der Aktion. Symbolisch wird dafür eine Straße in der Innenstadt für den Autoverkehr gesperrt. Anders als während der Ölkrise wird aber niemand dazu gezwungen, auf sein Auto zu verzichten. Die Teilnahme geschieht auf freiwilliger Basis. „Dadurch wird sich zeigen, wie viele Menschen wirklich bereit sind, etwas zu tun für die Umwelt“, sagt Feyen.

Angesichts des Klimawandels denken viele Städte in NRW darüber nach, wie sie den Autoverkehr reduzieren und damit die Luftqualität verbessern können. In Düsseldorf wird es am 15. September ebenfalls einen autofreien Sonntag geben. Das beschloss der zuständige Ratsausschuss am Donnerstag. Die geplante Sperrung gilt aber nur für einen kleinen Innenstadtbereich um Altstadt und Königsallee. Zusätzlich soll an diesem Tag der Nahverkehr in der Stadt kostenfrei sein. Darüber hinaus sollen auch im April 2020 während des Marathons die Straßen der Landeshauptstadt autofrei sein, dann soll ein größerer Bereich betroffen sein.

In Köln werden schon seit 2013 einmal im Jahr Straßen in ausgewählten Vierteln für Autos gesperrt. In diesem Jahr müssen sie am 1. Juli im Agnes- und Eigelsteinviertel draußen bleiben. Insgesamt 18 Straßen sind dann für den Verkehr gesperrt.

Im Neusser Rathaus zeigt man sich gegenüber der Idee aufgeschlossen. „Es gibt erste Überlegungen, am Tag der ,Tour de Neuss` einen Mobilitätstag durchführen, an dem in der Innenstadt nur der öffentliche Nahverkehr sowie Radfahrer- und Fußgänger zugelassen werden“, sagt ein Sprecher der Stadt. „Diese Überlegungen existieren auch in Zusammenhang mit einem anderen Sportereignis, das in der Planung ist“, ergänzt er. Auch die Stadt Duisburg begrüßt eine Initiative wie in Mettmann. „Es ist Zeit zum Umdenken im Bereich der Mobilität. Eine solche Aktion kann ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Bürger sein“, sagt ein Sprecher der Stadt. Gerade im Bereich der Innenstädte seien die Wege in aller Regel kurz, und es gebe reichlich Alternativen zum Auto. Ob und wie sich ein solcher autofreier Sonntag in Duisburg realisieren ließe, muss die Stadt aber erst noch prüfen. „Denkbar wäre dies im Rahmen der Duisburger Umweltwochen“, so der Sprecher.

In anderen Städten wie Bocholt und Bonn sind autofreie Tage hingegen kein Thema. Man versuche das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel zu bewerben und den Nahverkehr attraktiver zu machen, teilt die Bonner Stadtverwaltung mit. Bocholt setze lieber auf „nachhaltige Strukturen, flankiert mit passenden Kampagnen statt auf einmalige Symbolaktionen, die schnell verpuffen“, so ein Sprecher.

In Mettmann hat Peter Feyen vor einigen Tagen die Plakate und Banner aufgehangen, die auf den autofreien Sonntag hinweisen. Dabei möchte er eigentlich, dass die Bürger von sich aus aufs Auto verzichten und nicht erst dazu aufgefordert werden müssen. „Der Star ist an diesem Tag der Bürger. Er entscheidet mit seinem Verhalten, ob die Aktion erfolgreich sein wird oder nicht“, sagt Feyen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels war von Bernd Feyen die Rede. Der Vorsitzende der Genossenschaft heißt jedoch Peter Feyen. Wir haben den Fehler korrigiert.

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