Messerattacke in Oberhausen Zweiter Basketballer (18) stirbt im Krankenhaus

Oberhausen · Nach der gewaltsamen Messerattacke in Oberhausen ist nun auch der Mannschaftskamerad von Wolodymyr Jermakow am Dienstagnachmittag gestorben. Artem Kozachenko wurde 18 Jahre alt. Beide Ukrainer spielten Basketball bei den ART Giants Düsseldorf.

 Der Busbahnhof in Oberhausen, wo die tödliche Messerattacke stattfand.

Der Busbahnhof in Oberhausen, wo die tödliche Messerattacke stattfand.

Foto: dpa/Christoph Reichwein

Der 18-jährige Artem Kozachenko lag nach dem gewaltsamen Tod seines Vereinskameraden auf der Intensivstation. Seinen Tod bestätigte die ermittelnde Polizei in Essen. „Sein Gesundheitszustand hat sich dramatisch verschlechtert. Am Dienstagnachmittag ist der Ukrainer verstorben“, sagte der Sprecher der Polizei am Dienstagabend (20. Februar) unserer Redaktion.

Als Hauptverdächtiger im Fall von Jermakow gilt ein 15-jähriger Deutsch-Türke aus Gelsenkirchen, der schon seit letzter Woche in Untersuchungshaft sitzt. Er soll dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge auf das Opfer eingestochen und es so getötet haben, sagte ein Polizeisprecher.

Die Mordkommission hatte dann am Freitagmorgen (16. Februar) Haftbefehle gegen drei weitere Jugendliche vollstreckt. Bei den Verdächtigen handele es sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft um einen 14-jährigen Deutsch-Griechen aus Herne sowie zwei 14- und 15-jährige Syrer aus Gelsenkirchen. Gegen alle werden unter anderem wegen des gemeinschaftlich begangenen Mordes an dem 17-Jährigen ermittelt.

Wer für den Tod des Ukrainers Kozachenko verantwortlich ist, darüber machte die Polizei in Essen noch keine Angaben. Am Mittwoch soll es zum Tod des zweiten Basketballers eine offizielle Mitteilung geben.

Für die Tat gibt es nach Angaben der Ermittler „eine Vielzahl von Zeugen“. Außerdem seien Videoaufnahmen sichergestellt worden. Die Jugendlichen waren der Mordkommission zufolge bereits in einem Linienbus auf dem Weg in die Oberhausener Innenstadt verbal aneinander geraten. Als die Beteiligten am Hauptbahnhof den Bus verließen, sei der Streit eskaliert.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller reagierte in einem Instagram-Post. Er sprach von „purem Entsetzen und absoluter Fassungslosigkeit“.

Der Fall wird auch die nordrhein-westfälische Politik beschäftigen. Im Innenausschuss des Landtags ist am Donnerstag (22. Februar) ein Bericht der Landesregierung zu den Ermittlungen geplant.

Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin „Focus“ über den Tod von Kozachenko berichtet.

(dw)
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