Mehrere Festnahmen nach versuchtem Mord: Essener Polizei durchsucht Wohnungen nach Angriff auf 19-jährigen Syrer

Mehrere Festnahmen nach versuchtem Mord: Essener Polizei durchsucht Wohnungen nach Angriff auf 19-jährigen Syrer

Nach der Attacke auf einen 19-Jährigen im Mai durchsucht die Polizei seit Mittwochmorgen in Essen und weiteren Städten Wohnungen. Es gab bis zum Nachmittag bereits mehrere Festnahmen - weitere sollen folgen.

Spezialeinheiten, Kriminalpolizisten und Hundertschaften sind nach Angaben der Polizei seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. Bis zum Nachmittag gab es bereits mehrere Festnahmen in Essen, „wir werden allerdings noch einer Reihe weiterer Haftbefehle vollstrecken“, sagte ein Sprecher der Essener Polizei unserer Redaktion. Um die Festnahmen nicht zu gefährden, wollte er sich nicht näher zu den weiteren Orten der Durchsuchungen äußern. Er spricht aber von „Haftbefehlen im zweistelligen Bereich - das ist schon ungewöhnlich.“

Hintergrund des Großeinsatzes ist ein versuchter Mord am 31. Mai dieses Jahres in einem Hinterhof an der Steeler Straße in Essen. Ein 19 Jahre alte syrischer Mann war damals mit einem spitzen, scharfen Gegenstand niedergestochen und schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei handelte es sich dabei um ein Messer. Offenbar hatte es zur Tatzeit auf dem Hinterhof eines Gewerbebetriebes in Essen Streitereien in einer Gruppe von Männern gegeben. Das Leben des Mannes wurde mit einer Notoperation gerettet. „Er hatte wirklich großes Glück“, sagte der Polizeisprecher.

Die Einsätze am Mittwoch basieren nach Polizeiangaben auf den Ermittlungsergebnissen der Mordkommission. „Es stellte sich heraus, dass offenbar weit mehr Personen an der Tat beteiligt waren - in ganz unterschiedlichen Formen“, sagte der Sprecher.

Bereits kurz nach der Tat Ende Mai hatten die Beamten drei Tatverdächtige festgenommen: Einen 22 Jahre alten Tatverdächtigen nahmen die Beamten kurz nach der Tat in der Nähe des Tatorts fest, zwei weitere Verdächtige am Folgetag in Viersen. Sie sitzen in Untersuchungshaft.

Polizei und Staatsanwaltschaft werden am Donnerstag in einer Pressekonferenz mehr Details und Hintergründe zu dem Fall bekannt geben.

(hsr/dpa)
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