Mehr Besuche von rechten Gruppen in Ex-NS-Ordensburg Vogelsang

Schleiden in der Eifel: Mehr Besuche von rechten Gruppen in Ex-NS-Ordensburg Vogelsang

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang zieht mehr rechte Besuchergruppen an. Die Burg bei Schleiden in der Eifel war in der NS-Zeit eine Kaderschmiede der NSDAP. Polizei und Verfassungsschutz sind informiert.

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang in der Eifel verzeichnet in den vergangenen Jahren mehr Besuche von Gruppen aus der rechten Szene. Das zeige sich etwa durch Einträge im Gästebuch und Aufkleber, die auf dem Gelände gefunden würden, sagte eine Sprecherin der Gesellschaft Vogelsang Internationaler Platz (IP), die die NS-Dokumentationsstätte in Schleiden betreibt, dem Evangelischen Pressedienst.

Es habe bislang zwar keine offene Verharmlosung von NS-Verbrechen, aber einige Vorfälle von strafrechtlicher Relevanz gegeben, die zur Anzeige gebracht wurden. Die Täter, die etwa Aufkleber oder Schmierereien auf dem 100 Hektar großen Gelände hinterließen, seien aber meist nicht zu ermitteln.

Ende August war bekanntgeworden, dass einige Teilnehmer einer Besuchsgruppe aus dem Wahlkreis der AfD-Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel eine Führung in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen so massiv gestört haben sollen, dass sie abgebrochen wurde. Nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten wurden KZ-Verbrechen relativiert und an Gaskammern gezweifelt.

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Auf dem Gelände der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang in Schleiden befinden sich heute unter anderem ein NS-Dokumentationszentrum, das Naturparkzentrum Eifel und die Akademie Vogelsang. Die historischen Gebäude der ehemaligen Kaderschule der NSDAP sind nur in Führungen zugänglich. Beim Umgang mit rechtsextremen Besuchergruppen kooperiert die Betreibergesellschaft nach eigenen Angaben eng mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus NRW, dem Verfassungsschutz sowie Polizei und Staatsschutz.

Man positioniere sich etwa auf der Homepage und mit Statements auf dem Gelände klar gegen Rechtsextremismus, betonte die Sprecherin. Zudem seien die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert und es gebe eine klare Hausordnung. „Verhält sich jemand nicht der Hausordnung konform, wird er oder sie des Geländes verwiesen“, erläuterte die Sprecherin. Das komme allerdings selten vor. Meist verhielten sich Besuchsgruppen aus dem rechten Spektrum unauffällig und seien oftmals nicht sofort als solche erkennbar.

(epd/heif)
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