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Medienbox NRW: Online-Plattform erklärt Video- und Audio-Produktion

Kostenlose Anleitungen : Neue Online-Plattform erklärt Video- und Audio-Produktion für Zuhause

Wie filme ich ein Video, ohne dass es verwackelt? Wie nehme ich Ton auf, ohne dass es knarzt? Die Landesanstalt für Medien in NRW startet mit der „Medienbox“ ein neues kostenloses Online-Portal – und will so die Demokratie stärken.

Das Netz ist bunt, das Netz ist laut: Jeder, der will und das Handwerk beherrscht, kann fast ohne eigene Mittel Inhalte online stellen und so seine Ansichten und Meinungen transportieren – ob als Podcast oder Online-Video. Diese veränderte Medienlandschaft ist aus Sicht der nordrhein-westfälischen Landesanstalt für Medien (LfM) eine große Chance für die Meinungsvielfalt – solange auch alle die Chance haben, sich dieses Handwerk anzueignen.

An dieser Stelle Starthilfe zu leisten ist Ziel des Projekts „Medienbox NRW“, das die LfM an diesem Dienstag ans Netz bringt. Damit will die Anstalt „jedem das Handwerkszeug geben, das er braucht, um das, was er gerne in den Medien artikulieren will, auch artikulieren zu können“, erklärt LfM-Direktor Tobias Schmid. Das kostenloses Online-Portal – erreichbar unter medienbox-nrw.de – trägt den Untertitel „Werkzeugkiste für dein Thema in Bild und Ton“ und besteht zum Start aus 18 verschiedenen Lernmodulen – vom Bildaufbau über Interviewtechniken bis hin zum richtigen Sprechen vor dem Mikrofon. Viele Inhalte werden im Video erklärt, dazu gibt es interaktive Elemente und Aufgaben. Auch Webinare werden angeboten.

Die Arbeit professioneller Journalisten will die LfM damit wohlgemerkt nicht ablösen, betont Schmid. Vielmehr gehe es um eine Stärkung der Medienkompetenz aller Bürger. Gerade im Netz sei es wichtig, Inhalten mit einer gesunden Skepsis zu begegnen – zum Beispiel, ob sie einen Fehler enthalten oder womöglich sogar bewusst manipuliert wurden. „Es ist viel einfacher zu verstehen, welche Möglichkeiten es gibt, Medien zu missbrauchen, wenn man sie selber einmal aktiv benutzt hat – nicht nur als Nutzer sondern auch als Macher“, sagt Schmid.

Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (Archiv). Foto: Landesanstalt für Medien NRW/Dorothea Näder

Er sieht die Medienbox dabei auch als Ausdruck der Veränderung dessen, was die LfM als Bürgermedien versteht: Früher habe man den klassischen Bürgerfunk im Lokalradio gebraucht, um Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu artikulieren – es habe ohne Internet schließlich nur sehr begrenzte Wege gegeben, an die Öffentlichkeit zu treten. Heute, mit Plattformen wie Youtube oder Facebook, sei die Herausforderung aber eine andere: „Es ist heute keine Frage mehr, ob mein Inhalt verbreitet wird“, sagt Schmid. „Viel mehr geht es jetzt darum zu verstehen: Wie muss ein Inhalt gestaltet sein, damit ihn jemand versteht, damit die Botschaft auch tatsächlich ankommt?“

Dafür will die LfM mit der „Medienbox“ das nötige Handwerkszeug liefern. Perspektivisch kann sich Schmid auch vorstellen, die Plattform weiterzuentwickeln – zum Beispiel, um Funktionsweisen sozialer Netzwerke zu erklären. Voraussetzung dafür sei aber, dass das jetzige Angebot erst einmal gut angenommen wird.