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Bonn: Mann wollte todkranke Ehefrau umbringen - Geldstrafe

Bonn : Mann wollte todkranke Ehefrau umbringen - Geldstrafe

Er wollte seine unheilbar kranke Ehefrau mit einer Morphium-Spritze umbringen - dafür hat das Amtsgericht Siegburg einen 46-Jährigen am Montag zu 450 Euro Geldstrafe verurteilt. Die 53-jährige Ehefrau hatte ihren Ehemann nach eigener Aussage gebeten, ihr beim Sterben zu helfen.

Am 4. Mai 2014 hatte sie 20 Morphium-Tabletten geschluckt, zusätzlich verabreichte der Mann ihr die Morphium-Spritze, die sie sich wegen ihrer Zittrigkeit nicht selber geben konnte. Anschließend hatten sich die Eheleute gemeinsam ins Bett gelegt und auf den Tod der Frau gewartet.

Die tödliche Wirkung trat jedoch nicht ein, die Frau fiel lediglich in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Am nächsten Vormittag rief der Angeklagte den Notarzt, seine Frau wurde in die Klinik gebracht und überlebte.

Das Angebot des Amtsrichters, das Verfahren wegen geringer Schuld gegen 100 Sozialstunden einzustellen, hatte der Angeklagte abgelehnt, er bestand auf einem Urteil. Sein Anwalt hatte auf Freispruch plädiert. Die Strafe von 30 Tagessätzen zu je 15 Euro ist die Mindeststrafe für versuchte Tötung auf Verlangen.

(lnw)