Loveparade-Prozess in Duisburg: Angeklagte lehnen Einstellung gegen Geldzahlung ab

Loveparade-Prozess in Duisburg : Drei Angeklagte lehnen die Einstellung gegen Geldzahlung ab

Im Loveparade-Prozess hat die Staatsanwaltschaft der Einstellung des Verfahrens zugestimmt. Drei der Angeklagten sind allerdings dagegen. Sie wollen die ihnen auferlegten Summen nicht zahlen. Der Prozess geht also - zumindest teilweise - weiter.

Das Verfahren im Loveparade-Strafprozess wird vorerst nicht gänzlich eingestellt. Am Dienstag erklärte die Staatsanwaltschaft zwar, dass sie dem Einstellungs-Vorschlag des Gerichts in allen Fällen zustimmt. Drei der Angeklagten haben aber verlauten lassen, dass sie dem Vorschlag nicht zustimmen. Der Prozess wird also zumindest gegen diese drei Angeklagten weitergeführt werden.

Das Landgericht Duisburg hatte Mitte Januar vorgeschlagen, das Verfahren gegen sieben Angeklagte ohne, gegen drei Angeklagte mit Auflagen einzustellen.Als Auflage nannte die Staatsanwaltschaft die Zahlung einer angemessenen Geldauflage, „die in einer Größenordnung von jeweils etwa 10.000 Euro liegen“ solle. Bei den drei Angeklagten, die eine Auflage erhalten sollen, handelt es sich um drei Mitarbeiter des Veranstalters Lopavent. Einer von ihnen hatte vergangene Woche erklärt, dass er einer Einstellung in keinem Fall zustimmen wolle und eine Fortsetzung des Prozesses wünsche. Nun haben auch die anderen beiden Lopavent-Mitarbeiter das Angebot ausgeschlagen. Bei den übrigen Angeklagten handelt es sich um Mitarbeiter der Stadt Duisburg.

Ob die anderen Angeklagten der Einstellung zustimmen werden, war zunächst offen. Beobachter rechneten damit, dass deren Verteidiger sich noch am Dienstag dazu äußern werden. Frühestens am Mittwoch kann das Gericht dann die einzelnen Verfahren vom Prozess abtrennen und einstellen.

Der Prozess hatte im Dezember 2017 begonnen. Den Angeklagten war unter anderem fahrlässige Tötung vorgeworfen worden. Bei der Loveparade im Juli 2010 in Duisburg waren in einem Gedränge 21 junge Menschen zu Tode gedrückt und mehr als 650 verletzt worden.

(kron/siev/csh/dpa)