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Lokführermangel: Im Nahverkehr in NRW drohen Zugausfälle

Lokführermangel : Im Nahverkehr in NRW drohen Zugausfälle

Bahn-Kunden müssen in NRW damit rechnen, dass auf einzelnen Strecken im Nahverkehr Züge ausfallen. Der Grund ist, dass Lokführer fehlen. Am Wochenende war deshalb der RE 11 zwischen Düsseldorf und Paderborn sogar komplett ausgefallen.

Lokführer hätten sich krank gemeldet oder das Unternehmen kurzfristig verlassen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir haben im Moment einen relativ großen Krankenstand und eine relativ hohe Fluktuation.“ Das Unternehmen könne deshalb nicht ausschließen, dass in den nächsten Tagen zu wenige Lokführer den Dienst antreten und Züge ausfallen würden. „Wir setzen aber alles daran, dass es nicht den Umfang des vergangenen Wochenendes erreicht.“

Am Samstag und Sonntag hatte die Bahn-Tochter DB Regio die Linien RE 11 zwischen Düsseldorf und Paderborn sowie die Linien RB 37 und S5 kurzfristig eingestellt. Nach Berechnungen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) fielen an beiden Tagen mehr als 100 Züge auf den Strecken aus. Davon sollen Tausende Kunden betroffen gewesen sein. Der VRR kritisierte den Ausfall scharf. Der Verkehrsverbund ist Auftraggeber für Nahverkehrsleistungen in NRW an die Bahn und ihre Konkurrenten.

Der Bahnsprecher sagte, das Unternehmen habe bis zum letzten Moment versucht, die Zugstreichungen vom Wochenende zu vermeiden - am Ende vergeblich. Er gab keine Prognose ab, wann sich die Personalsituation entspannen werde. Zugausfälle seien auch in den nächsten Wochen und Monaten möglich, sagte er. Das Unternehmen wolle aber sicherstellen, dass es für Kunden immer eine alternative Verbindung gebe.

DB Regio beschäftigt nach eigenen Angaben in NRW 1750 Lokführer. Wie viele sich krank gemeldet oder das Unternehmen verlassen haben, um woanders zu arbeiten, sagte der Sprecher nicht. Die Bahn stelle aber erheblich Personal ein - bundesweit seien es in diesem Jahr rund 1000 neue Lokführer. Außerdem würden Lehrlinge zu Triebfahrzeugführer ausgebildet. Wie viele davon in NRW arbeiten werden, blieb unklar.

Der Lokführermangel sei ein branchenweites Problem, sagte eine VRR-Sprecherin. Auch bei Bahn-Konkurrenten seien deshalb Verbindungen gestrichen worden, zum Beispiel bei der Nordwestbahn. Geschäftsführer Rolf Erfurt erklärte die Zugausfälle mit ungewöhnlich vielen Krankmeldungen. Das Unternehmen habe ausreichend Lokführer eingestellt oder ausgebildet. Aber dass der Krankenstand „so hoch sein wird, war für uns nicht absehbar“, sagte er auf Anfrage unserer Redaktion.

(wer/dpa)