Die Woche in der Region: Lokale Hits bei Facebook, Twitter und Co.

Die Woche in der Region : Lokale Hits bei Facebook, Twitter und Co.

Von wegen, Trends kommen aus Berlin, London oder Tokio. Zuletzt sorgten Nachrichten aus der Region für Schlagzeilen in den Sozialen Medien: Ein gigantisches Roboter-Kostüm aus Nettetal, der Wutbrief eines Krefelder Fotohändlers und die schlüpfrigen Anzeigen der Feuerwehr aus Dormagen machten die Runde - teilweise sogar in internationalen Medien.

Als der gebürtige Mönchengladbacher Carsten Riewe das Foto mit seinem tollen Kostüm an unsere Redaktion schickte, hat er wohl kaum mit solcher Resonanz gerechnet. Er hatte in stundenlanger Arbeit ein gelbes Laderoboter-Kostüm aus dem Film "Alien 2" gebaut. Der Clou: In einem Tragegurt vor seine Brust geschnallt saß Töchterchen Juna. Schnell hatte das Bild rund 4000 Likes auf unserer Facebook-Seite, rund 600 mal wurde es geteilt. Und dann landete es auch noch auf der bekannten Spaß-Website 9gag.com. Auch darunter folgen wieder Dutzende Kommentare.

Foto: Lammertz, Thomas

Für Furore sorgt nun auch die Feuerwehr in Dormagen mit ihren - durchaus doppeldeutigen - Werbekampagnen. Zunächst hat sie 9000 junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren persönlich angeschrieben - und zwei Anzeigen veröffentlicht. Die haben es in sich: "Wir haben die dicksten Hupen... die längsten Schläuche...und wollen mehr als nur ein kurzes Abenteuer" — unter anderem mit diesem Slogan wirbt die Feuerwehr. Die Idee dazu kam nicht etwa von einer Werbeagentur, sondern von einer Arbeitsgruppe der Feuerwehr selbst. Der gehörte auch deren Chefin Sabine Voss an.

Nachdem wir die Geschichte bei Facebook gemeldet haben, wurde sie von 35.000 Nutzern gesehen, rund 140 mal geteilt, mehr als 400 Likes gab es für die freche Feuerwehr. Ihre Wirkung haben die Anzeigen allemal erzielt: man spricht über die Retter und ihre Nachwuchssorgen, 15 Interessenten haben sich bei den Löschzügen gemeldet. Und auch im Internet gab es neben einiger Kritik auch Lob für den Mut und die Kreativität der Feuerwehr.

Einen ernsten Hintergrund hat die Geschichte von Wolfgang Lennertz, die offensichtlich viele Menschen im Internet bewegte: Nach fast 25 Jahren schließt er seinen Foto-Laden in Krefeld. Im Schaufenster verrät er den Grund in einem Brief: "Wir sind es satt!" In offenen Worten sprechen sie über den Wandel im Einzelhandel in den vergangenen Jahren: Immer wieder ließen sich Kunden ausführlich über Kameras und Technik beraten. Nur um dann darauf hinzuweisen, dass dieses Angebot im Internet aber fünf oder zehn Euro günstiger zu haben sei.

Die Geschichte machte über die Seite von RP Online bei Facebook die Runde im Internet. Es gab mehr als 1500 Kommentare, fast 1700 mal wurde der Post geteilt - rund eine Million Nutzer haben den Artikel gesehen. Das ist eine sagenhafte Anzahl.

Viele der Leser zeigen Verständnis für die Wut des Händlers und bedauern das Sterben von Fachgeschäften in den Innenstädten. In den Sozialen Medien ist zum Glück nicht nur Platz für Anekdoten, Meme und Photoshop-Pannen.

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