1. NRW
  2. Panorama

Lkw-Unfall auf A3: Fahrer war alkoholisiert und benutzte sein Handy

Zwei Lastwagen auf A3 bei Bonn umgekippt : Fahrer war alkoholisiert und benutzte sein Handy

Auf der A3 sind nahe dem Kreuz Bonn/Siegburg in der Nacht zwei Lastwagen umgekippt. Die Autobahn bleibt bis zum Nachmittag gesperrt. Der Einsatz der Feuerwehr verzögerte sich, weil es keine Rettungsgasse gab.

Nach einem Unfall mit zwei Lkw auf der A3 beim Kreuz Bonn/Siegburg wurden die beiden Fahrer (50 und 62 Jahre alt) verletzt ins Krankenhaus gebracht. Nach ersten Ermittlungen fuhr der 62-Jährige auf der mittleren von drei Fahrspuren. Ein auf der rechten Spur fahrender 50-Jähriger kam in dem Moment, als beide Fahrzeuge auf gleicher Höhe waren, nach rechts von der Fahrspur ab und stieß gegen die Schutzplanke. Von dort driftete der Lkw nach links und stieß mit so großer Wucht gegen den Sattelzug des 62-Jährigen, dass dieser zur Seite kippte. Der Sattelzug des mutmaßlichen Unfallverursachers schleuderte in die Lärmschutzwand der ICE-Trasse und kam dort schwer beschädigt zum Stehen. Die beiden Lastwagen lagen quer auf der Autobahn und blockierten zwei Fahr- sowie einen Standstreifen.

Die eintreffenden Polizisten nahmen bei dem 50-Jährigen Alkoholgeruch wahr. Ein Atemalkoholtest ergab ein Promille. Daraufhin wurde eine Blutprobe im Krankenhaus genommen und der Führerschein des Berufskraftfahrers sichergestellt. Zudem geht die Polizei einem Hinweis nach, wonach der Lkw-Fahrer während der Fahrt "durch Handybedienung" abgelenkt gewesen sein soll.

Der Unfall ereignete sich gegen 22.35 Uhr in der Nacht zu Freitag. Die A3 Richtung Frankfurt musste für die Bergungsarbeiten der Trümmer und der Ladung gesperrt werden.

Weil sich vor der Unfallstelle ein Stau bildete, konnten die Rettungskräfte zunächst nicht an den Unfallort. Eine Rettungsgasse wurde nicht gebildet. Schließlich musste die Autobahn vorübergehend auch von der anderen Seite gesperrt werden, damit die Einsatzkräfte an die beiden Lkw heran kamen. Die Rettungskräfte mussten nach eigenen Angaben die letzten 300 Meter zur Unfallstelle zu Fuß gehen, weil die Einsatzfahrzeuge nicht durchgelassen wurden. „Wären die Verletzungen der Fahrer lebensbedrohlich gewesen, so hätte die mangelhafte Rettungsgasse heute ein Menschenleben kosten können“, sagt Sascha Lienesch, Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin.

„So schwer ist das ja nicht: Platz machen, damit die Retter zum Unfallort kommen. Das Bilden einer Rettungsgasse rettet Menschenleben und gehört zu den Mindestanforderungen an jeden Verkehrsteilnehmer“, kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) das Geschehen. „Um das zu verstehen, braucht es eigentlich nicht allzu viel Verstand.“

Die Polizei hatte in den ersten acht Monaten dieses Jahres bereits 245 Verstöße gegen die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, registriert - ein Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rettungsgassen-Muffeln drohen Bußgelder.

(ham/dpa)