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LKA NRW: Hunderte gefälschte Impfpässe entdeckt

Mehr als 1000 Fälschungen in NRW : „Wer Impfpässe fälscht, verhält sich menschengefährdend“

Der Chef des Landeskriminalamtes fordert fälschungssichere Impfausweise. Die Polizei geht davon aus, dass der Betrug mit gefälschten Zertifikaten weiter zunehmen wird.

Landesweit nehmen Betrügereien mit gefälschten Impfpässen zu. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) registrierte zwischen dem 1. April und dem 23. November dieses Jahres 1041 solcher Delikte. Hinzu kommen 188 Fälschungsdelikte und sieben Fälle mit gefälschten Testdokumentationen seit dem 24. November 2021; seitdem besteht eine neue Rechtslage.

„Wer Impfpässe fälscht, verhält sich sozialschädlich und menschengefährdend. Das ist eine Straftat, meiner Ansicht nach eine moralisch ganz üble“, sagte LKA-Chef Ingo Wünsch. Beim LKA geht man davon aus, dass die Fälle von Impfbetrug durch die verschärften 2G-Regeln in  NRW weiter steigen werden, weil Ungeimpfte mittels falscher Zertifikate die Maßnahmen umgehen wollen.

Demnach fallen Betrüger häufig auf, wenn sie in Apotheken einen digitalen Impfnachweis beantragen wollen. „Nicht nur die Täter begehen eine Straftat, sondern auch die Käufer. Denn wer einen solchen gefälschten Impfpass gebraucht, macht sich strafbar“, betonte Wünsch. „Wir kommen an einem fälschungssicheren Impfzertifikat mit vergleichbaren Sicherheitsmerkmalen wie bei Bargeld und Passpapieren in Zukunft nicht vorbei“, so Wünsch. „Denn Impfpässe verfügen anders als etwa Personalausweise oder andere amtliche Dokumente über keine spezifischen Sicherheitsmerkmale.“

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Die Sicherheitsbehörden mahnen, grundsätzlich keine Fotos von echten Impfpässen etwa in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, auf denen Chargennummern der Impfstoffe zu erkennen sind. Diese würden von Fälschern als Vorlage genutzt, um damit gefälschte Impfpässe im Netz zum Verkauf anzubieten. Bereits im Frühjahr 2021 waren gefälschte Impfpässe im Internet angeboten worden. Wer solche Angebote entdeckt, sollte diese umgehend bei der Polizei melden.

Das LKA NRW hat dazu Präventionshinweise entwickelt, die auf der Internetseite der Polizei NRW einzusehen sind.

(csh)