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Lippstadt/Paderborn: Zerstörter Kirchturm soll nach Tornados wieder aufgebaut werden​

Nach den Tornados in Lippstadt : Zerstörter Kirchturm soll wieder aufgebaut werden

Durch die Tornados ist unter anderem die unter Denkmalschutz stehende Kirche St. Clemens in Lippstadt schwer beschädigt worden. Der Kirchturm soll nun aber wieder aufgebaut werden. Die Spitze war abgebrochen.

Der Tornado in Lippstadt hat an der Kirche St. Clemens in der Gemeinde Hellinghausen nicht nur die Turmspitze zerstört, sondern auch das gesamte Kirchendach verschoben. Das wurde am Dienstag bei einer Besichtigung durch die Diözesanbaumeisterin des Erzbistums Paderborn, Carmen Matery-Meding, deutlich. Das Kirchendach sei um 30 Zentimeter gen Norden verschoben worden, teilte das Erzbistum mit.

Vorrangig ist laut Matery-Meding jetzt eine Notsicherung, um die Barockkirche mit dem romanischen Turm vor weiteren Schäden zu schützen. Danach beginne die Sanierung. „Wir hoffen, dass der verzogene Dachstuhl wieder ins Lot gebracht werden kann“, sagte die Baumeisterin. Die Holzkonstruktion soll mit Hilfe eines Hydraulikkrans wieder in die ursprüngliche Lage gebracht werden. Die katholische Kirche gilt als erste Steinkirche in Westfalen. Sie wurde im Jahr 825 erbaut.

Die Kirchturmspitze war durch den Tornado abgebrochen, herabgestürzt und vollkommen zerstört worden. Aus der Luft sieht man ein großes rechteckiges Loch. „Ich habe Menschen weinen sehen, als sie vor der Kirche standen“, sagte Küster Paul Dirkwinkel der Deutschen Presse-Agentur. Die Traukirche war nach mehreren Zerstörungen im Laufe der Jahrhunderte in seiner jetzigen Form 1780 neugebaut und ein Jahr später eingeweiht worden. Der Turm stammt noch aus dem 9. Jahrhundert.

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Auch das Dach des Kirchenschiffs wurde beschädigt, ist aber inzwischen notdürftig abgedichtet worden. Trotz des jüngsten Regens sei dort „Gott sei Dank“ kein Wasser eingedrungen, berichtete der Küster. Geplant sei, den abgebrochenen Kirchturm am Boden wieder originalgetreu aufzubauen und dann auf die Kirche zu hieven. Aber das werde sicher einige Zeit dauern, meinte Dirkwinkel. „Es nützt ja nichts. Ich denke, da müssen wir Geduld aufbringen.“

(kag/dpa)