Lehrer in NRW: So sind die Arbeitsbedingungen

Umfrage zu Arbeitsbedingungen : So geht es den Lehrern in NRW

Wie steht es um die Gesundheit der Lehrer in NRW? Genauer gefragt: Welchen Einfluss haben Arbeitsbedingungen und wie können sie besser werden? Mehr als 4000 Pädagogen geben Antworten.

Viele Lehrer in NRW empfinden ihre Arbeitsbedingungen laut Umfrage als belastend. Die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte seien „alles andere als gesundheitsfördernd“, kritisiert die Lehrergewerkschaft VBE am Donnerstag in Dortmund. „Tendenziell“ herrsche bei den Pädagogen Unzufriedenheit mit der Verteilung der Arbeit auf die einzelnen Mitglieder im Kollegium und mit der Stundenplangestaltung. Das ergab eine Befragung von 4413 Lehrkräften in Nordrhein-Westfalen.

„Angebote der Gesundheitsförderung scheinen kaum vorhanden oder bekannt zu sein“, monierte der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Es gebe dringenden Handlungsbedarf. Die Unterrichtsverpflichtung solle gesenkt werden. Es brauche multiprofessionelle Teams mit Gesundheitsfachkräften. Auch die Landesregierung sei gefordert. Denn: „Investitionen in die Gesundheitsförderung können dazu beitragen, den Personalmangel zu verringern und letztlich die Bildungsqualität zu stärken“, betonte VBE-Landesvize Wibke Poth.

Welche Noten verteilten die Lehrer im Einzelnen? Auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 10 (gar nicht gut) bewerten die Pädagogen im Durchschnitt ihren eigenen Gesundheitszustand mit 4,7 Punkten. Mit Blick auf ihr Arbeitsumfeld machte die Umfrage bei der räumlichen wie personellen Ausstattung viel Unzufriedenheit deutlich. Das Schulklima wird dagegen als eher gut bewertet, ein starkes Wir-Gefühl in den Kollegien habe sich gezeigt, berichtete der VBE.

Ein klares Manko laut Untersuchung: „Es gibt nur sehr wenige Schulen, die dem Thema Gesundheit einen hohen Stellenwert zuschreiben.“ Fakt sei zugleich aber auch, dass immerhin ein kleiner Teil der Schulen der Gesundheit eine besonders hohe Priorität einräume. Fast zwei Drittel der befragten Lehrer stimmten der Aussage voll zu, dass die Einrichtung von Stellen für Gesundheitsfachkräfte an den Schulen zwingend erforderlich sei.

Eine Forschungsgruppe der Uni Paderborn hatte die Untersuchung im Wintersemester 2017/18 und Sommersemester 2018 durchgeführt. Mit 62 Prozent waren die meisten Lehrkräfte an Grundschulen und fast drei Viertel aller Befragten an Schulen mit maximal 500 Schülern tätig. Forscher Heiko Meier von der Uni Paderborn betonte zur Umfrage seines Teams, in der freien Wirtschaft sei die Gesundheitsförderung zu einem wichtigen, attraktivitätssteigernden Faktor geworden. Schon angesichts des Lehrermangels mahnte er laut Mitteilung: „Schulen sind gut beraten, sich ebenfalls damit zu befassen.“

(ham/dpa)
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