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Landgericht Düsseldorf: Psychiater hält mutmaßliche Mörderin für schuldunfähig

Prozess in Düsseldorf : Psychiater hält mutmaßliche Mörderin für schuldunfähig

Eine 40-jährige Frau soll im Dezember ihren Ehemann umgebracht haben. Im Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht hat ein Psychiater sie aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung als schuldunfähig eingestuft.

Ein Psychiater hat eine mutmaßliche Mörderin am Düsseldorfer Landgericht als schuldunfähig eingestuft. Die 40-Jährige soll in der Nacht zum 11. Dezember 2019 ihren Ehemann umgebracht haben. Zur Tatzeit sei sie durch eine schwere psychische Erkrankung aber vermutlich schuldunfähig gewesen, führte der Sachverständige am Freitag nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus. Welche Krankheit der Psychiater diagnostiziert hat, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Demnach könnte die Frau, sollte das Gericht der Einschätzung folgen, straffrei ausgehen, müsste aber im Gegenzug mit ihrer unbefristeten Einweisung in eine Psychiatrie rechnen.

Kostenpflichtiger Inhalt Ende Juni hatte 40-jährige Hausfrau im Prozess eine Mordabsicht bestritten und von Notwehr gesprochen. Sie habe einen sexuellen Übergriff ihres Mannes abwehren wollen. Sie habe den Vater ihres dreijährigen Sohnes dabei nicht einmal verletzen, geschweige denn töten wollen.

Laut Anklage hatte sie ihrem angetrunkenen Mann heimtückisch ein Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge tief in den Rücken gerammt. Dabei wurden zwei Schlagadern durchtrennt. Der 39-jährige Messebauer war innerlich verblutet.

Sie sei selbst angetrunken gewesen, übermüdet und völlig aufgeregt. Sie habe gar nicht mitbekommen, wie schwer ihr Mann verletzt gewesen sei. Sie selbst hatte zur Tatzeit 1,0 Promille Alkohol im Blut.

Ihr Ehemann sei mehrfach gewalttätig geworden, wenn er betrunken gewesen sei. Ihr Verteidiger hatte die Tat als Notwehr und Körperverletzung mit Todesfolge gewertet. Am Montag wird der Prozess fortgesetzt, am Mittwoch könnte das Urteil verkündet werden.

(chal/dpa)