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Lage bei Schwimmkursen für Kinder in NRW nach wie vor angespannt

Auch Wartelisten sind voll : Bis zu zwei Jahre Wartezeit für einen Schwimmkurs

Im Lockdown konnten viele Kinder keine Schwimmkurse besuchen. Nun soll nachgeholt werden, was nicht ging. Doch inzwischen werden sogar Wartelisten geschlossen, weil der Andrang zu groß ist.

„Leider können wir im Moment keine weiteren Kinder aufnehmen!“ In großen roten Lettern werden Eltern, die ihre Kinder für einen Schwimmkursus anmelden wollen, auf der Seite der Wasserrettungsorganisation DLRG darauf hingewiesen, dass es derzeit keinen Sinn mache, eine Anfrage zu schicken. Auch die Wartelisten für den Bezirk Düsseldorf sind voll. „Wir bitten darum, uns keine weiteren Anfragen zu freien Schwimmplätzen zu senden“, heißt es. In anderen NRW-Städten sieht es ähnlich aus. Die Wartelisten sind lang. Und was angeboten wird, ist schnell ausgebucht. Extrakurse in den Herbstferien waren unter anderem in Köln kurz nach der Freischaltung voll.

Die Corona-Pandemie hat sich nicht nur auf den Schulunterricht negativ ausgewirkt. Da die Bäder im Lockdown geschlossen waren, konnten viele Kinder nicht schwimmen lernen. Schulschwimmen und andere Schwimmkurse fielen aus. Fast 18 Monate konnte kein Schwimmunterricht stattfinden. So mussten im vergangenen Schuljahr fast alle Viertklässler die Schulen wechseln, ohne sicher schwimmen zu können. „Die Lage ist sehr angespannt“, sagt Frank Zantis von der DLRG Nordrhein. Erschwerend käme hinzu, dass auch Schwimmlehrer an viele Stellen fehlten. „Es sind ja alles Ehrenamtliche“, sagt Zantis. Kinder ab fünf Jahren sollten eine Schwimmausbildung erhalten, wie Zantis empfiehlt. „Eltern sollten ihre Kinder frühzeitig anmelden, nicht erst vor dem Sommer, sondern ein oder zwei Jahre, bevor der Schwimmkurs starten soll.“

Es braucht aber nicht nur mehr Menschen, die Kurse geben können. Auch Bäder-Schließungen verstärken das Problem, das durch die Pandemie verstärkt wurde.

(hsr)