Kuriose Tiereinsätze der Feuerwehr in Düsseldorf, Mülheim, Ratingen

Düsseldorf, Ratingen, Mülheim: So kurios sind die Tiereinsätze der Feuerwehr

Ein Dachs im Rhein, ein Tiger unter einem Baum, ein Krokodil auf dem Schulgelände: Immer wieder muss die Feuerwehr in NRW zu kuriosen Tier-Einsätzen ausrücken. Hier sind die skurrilsten Fälle.

Ein Tiger in freier Wildbahn, mitten in Düsseldorf? Was unglaublich klingt, hat als Einsatz tatsächlich stattgefunden - Ende Mai rückte die Feuerwehr nach einem entsprechenden Notruf aus. Es war einer der vielen kuriosen Fälle, zu denen die Retter immer mal wieder gerufen werden.

Eine Frau wollte von ihrem Balkon in Düsseldorf-Unterbilk aus einen weißen Tiger entdeckt haben, der unter einem Baum lag. Sofort alarmierte sie die Feuerwehr. Die Anwohnerin zeigte den Einsatzkräften vor Ort ein Video, das sie vom Balkon aus gemacht hatte. Darauf war eindeutig ein weißer Tiger zu erkennen. Die Feuerwehrleute ließen sich den Liegeplatz zeigen. Aus der Entfernung konnten sie beobachten, wie mehrere Kaninchen das Tier beschnupperten. Als sie näher kamen, sahen sie dann: Bei dem Tiger handelte es sich um ein lebensgroßes Stofftier. „Das war seit langem der skurrilste Fall“, sagt Feuerwehrsprecher Tobias Schülpen.

Ein Krokodil auf dem Schulgelände

Zwei Tage nach dem Tiger-Vorfall alarmierte ein Mitarbeiter der Mittagsbetreuung an einer Grundschule in Ratingen die Feuerwehr. Ein kleines Krokodil solle sich auf dem Schulgelände aufhalten. Die Feuerwehrleute vermuteten dort ein Babykrokodil, einen Salamander oder eine Eidechse und nahmen deshalb Fangwerkzeug und Beißschutz mit zum Einsatz. Vor Ort stellte sich heraus, dass es ein Plastikkrokodil war.

„Täglich gehen bei uns Meldungen über gefährliche Tiere ein“, sagt Jan Neumann, Sprecher der Feuerwehr Ratingen. „Einmal hat jemand angerufen und gesagt, bei ihm liege eine vier Meter lange Boa-Schlange unter dem Sofa.“ Das konnten die Feuerwehrleute erst nicht glauben, war aber tatsächlich so. Die Schlange war aus dem Terrarium in der Nachbarwohnung ausgebrochen und hatte sich dann unter dem Sofa in der anderen Wohnung versteckt.

1300 Tiereinsätze im Jahr

In Düsseldorf muss die Feuerwehr im Jahr zu rund 1300 Tiereinsätzen ausrücken. „In der Regel geht es dann um angefahrene Katzen oder Enten, die auf der Straße herumlaufen“, sagt Schülpen. Es gibt aber auch kuriose Fälle wie den Dachs auf dem Rhein. Im Sommer 2016 meldeten mehrere Rheinufer-Spaziergänger, dass eine Katze auf dem Wasser treibe. Als die Rettungskräfte das Tier aus dem Rhein fischen wollten, merkten sie, dass es sich um einen ausgestopfter Dachs handelte.

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Einen weiteren kuriosen, fast spektakulären Fall gab es 2010. Da war in Mülheim an der Ruhr eine hochgiftige Monokelkobra aus ihrem Terrarium ausgebrochen. Der Reptilienbeauftragte der Feuerwehr Düsseldorf musste ausrücken. „Wir sind in NRW Ansprechpartner für solche Fälle“, sagt Schülpen. Da die Schlange nicht zu finden war, durften die Mieter des Mehrfamilienhauses das Gebäude drei Wochen nicht betreten. „Die Möbel mussten alle verrückt werden, damit man dahinter nach der Schlange suchen konnte“, sagt Schülpen. Fallen wurden ausgelegt und nach drei Wochen lag die Kobra tot im Haus: 30 Zentimeter war sie lang und „so dick wie ein Bleistift“, sagt Schülpen.

In Bochum wiederum legte Anfang Mai eine Spinne einen Supermarkt lahm. Mitarbeiter hatten sie in einer Bananenkiste gefunden. Tagelang war das Geschäft geschlossen. Dann wurde die Spinne gefunden, die inzwischen verendet war. „In Düsseldorf bekommen wir im Jahr etwa zwei Meldungen, dass eine Spinne im Supermarkt aufgetaucht ist“, sagt Schülpen. „Meistens sind sie nicht giftig.“

Katzen auf Bäumen

Und der klassische Einsatz mit dem Kätzchen, das nicht mehr von alleine vom Baum herunterkommt? Der passiert laut Schülpen 15-mal im Jahr. Wirklich eingreifen muss die Feuerwehr aber nur im Einzelfall. „Wir fahren zwar hin, weil wir nur vor Ort die Lage einschätzen können, aber selten kommt die Drehleiter zum Einsatz“, sagt Schülpen. Wenn eine Katze die Drehleiter höre, springe sie meist von selbst vom Baum. „Also reicht es, einfach zu warten, bis das Tier wieder herunterkommt.“

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