Kuriose Festnahme: FBI nimmt Taxifahrer in Mexiko am Strand fest

Taxifahrer erstattete Anzeige in Euskirchen : Fahnder nehmen Taxibetrüger in Mexiko am Strand fest

Im Herbst machte ein kurioser Betrugsfall Schlagzeilen: Ein Taxifahrer erstattete Anzeige gegen einen Kunden, den er durch halb Europa gefahren hatte und der ihn um 18.000 Euro prellte. Nun wurde der Mann festgenommen - mit Hilfe des FBI.

Der Fall klingt nach einem Kriminalroman, ist aber wirklich passiert: Im Herbst 2017 geht ein Wiener Taxifahrer in eine Polizeiwache in Euskirchen, um dort Anzeige gegen einen seiner Kunden zu erstatten. Den Mann soll er durch halb Europa kutschiert haben. Er erzählt den Beamten eine kuriose Geschichte: Am 10. Oktober 2017 habe er einen ihm schon vorher bekannten Fahrgast mit dem Taxi in Monte Carlo abgeholt. Von dort sei die Fahrt über Nizza und Brüssel nach London gegangen, dann weiter nach Zilina in der Slowakei und von dort aus nach Bad Münstereifel. Gemeinsam mit dem Fahrgast habe er dort zwei Tage im Hotel verbracht. Von dort aus sei es erneut nach London gegangen.

Dort sollte die Fahrt eigentlich enden. Zwei Wochen hatte die gemeinsame Tour gedauert. Der Gast soll aber nicht in der Lage gewesen sein, für die Fahrten die fälligen 18.000 Euro zu zahlen. Stattdessen sollte der Taxifahrer mit dem Mann nach Mexiko fliegen, wo das Geld auf der Bank sei. Das tat der Taxifahrer - doch in Mexiko angekommen, tauchte sein Fahrgast ab.

Nun wurde bekannt, dass österreichische Fahnder mit Hilfe des amerikanischen Geheimdienstes FBI den mutmaßliche Betrüger in Cancun (Mexiko) am Strand festgenommen haben sollen. Zuerst hatte die österreichische Kronen-Zeitung darüber berichtet. Gegenüber unserer Redaktion bestätigte Vincenz Kriegs-Au vom österreichischen Bundeskriminalamt die Festnahme. Zielfahnder das BK seien nach Mexiko gereist und hätten den Mann bereits Ende April dort festgenommen. Woher die Fahnder wussten, dass der Mann sich dort aufhielt, blieb unklar. Mittlerweile befindet sich der 40-jährige Österreicher in Innsbruck. Dort sitzt er im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess, wie die Staatsanwaltschaft in Innsbruck auf Anfrage am Montag bestätigte.

Dem Mann wird - neben dem Betrug des Taxifahrers - vorgeworfen, dass er im Herbst 2016 einen Unternehmer aus Tirol um knapp 700.000 Euro betrogen haben soll. Dieser soll ihm das Geld gegeben haben, damit er es anlegt. „Er hat dem Mann eine gute Rendite vorgetäuscht“, sagt Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft. Außerdem soll er im Mai 2017 Formel-1-Tickets für die Grands Prix in Monaco und Österreich bestellt haben, aber diese nicht bezahlt haben. 40.000 Euro soll er schuldig geblieben sein.

Die Anklage ist bereits erhoben, sagte Staatsanwalt Mayr. Wann der Prozess beginnt, ist noch nicht klar.

(heif)
Mehr von RP ONLINE