Kurdische Kämpfer nehmen IS-Mitglied aus Dortmund in Syrien gefangen

Von kurdischen Kämpfern : IS-Mitglied aus Dortmund in Syrien gefasst

Kurdische Kämpfer haben acht ausländische Dschihadisten gefangen genommen. Das meldet die „Volksverteidigunseinheit“ auf ihrer Internetseite. Auch den angeblichen Namen des Deutschen veröffentlichen die Kämpfer.

Die syrischen Kurden haben im Osten des Landes nach eigenen Angaben ein deutsches IS-Mitglied gefangen genommen. Insgesamt seien bei einer Operation in dem Ort Hadschin acht Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgegriffen worden, teilte die Kurdenmiliz YPG am Mittwoch mit. Der Deutsche mit dem Kampfnamen Abu Ibrahim al-Almani ist demnach 31 Jahre alt. YPG-Sprecher Redur Chelil sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Mann sei in Dortmund geboren.

Die von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) haben in dem Bürgerkriegsland große Gebiete vom IS erobert. In ihren Gefängnissen sitzen Hunderte Extremisten, darunter auch mehrere Deutsche. Die Region um Hadschin nahe der Grenze zum Irak ist eines der letzten Gebiete Syriens unter Kontrolle der Terrormiliz.

Der YPG zufolge planten die Festgenommenen einen Anschlag auf Zivilisten, um den SDF-Vormarsch aufzuhalten. Unter ihnen seien auch zwei Usbeken, ein Russe und ein erst 16 Jahre alter US-Amerikaner.

Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Mittwochabend, die Berichte über die Festnahme seien dem Amt bekannt. In Syrien sei eine konsularische Betreuung nach Schließung der Botschaft in Damaskus und aufgrund der weiterhin schwierigen Sicherheitslage faktisch nicht möglich. Für Syrien bestehe seit langem eine Reisewarnung.

Erst Ende Dezember hatte die Kurdenmiliz in Ostsyrien fünf ausländische IS-Kämpfer gefasst. Nach eigenen Angaben hält die YPG rund tausend ausländische Dschihadisten und 550 Frauen sowie 1200 Kinder gefangen. Die Kurden wollen die IS-Kämpfer an ihre Heimatländer übergeben, da sie sich nicht in der Lage sehen, ihnen den Prozess zu machen. Doch haben die Heimatländer bisher zumeist keine Anstalten gemacht, ihre Bürger zurückzuholen.

(cpas/AFP/dpa)
Mehr von RP ONLINE