Kriminalstatistik NRW 2017: NRW ist sicherer geworden

Reul stellt Kriminalstatistik vor: "NRW ist nachweislich sicherer geworden"

Die Polizei hat im vergangenen Jahr in NRW weniger Einbrüche und Diebstähle gezählt. Gleichzeitig konnte sie mehr Fälle aufklären - so viele sogar wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Grünen sehen darin einen Erfolg der Vorgängerregierung.

"NRW ist nachweislich sicherer geworden", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), als er am Mittwoch die Kriminalitätsstatistik für 2017 vorstellte. Seinen Angaben zufolge gingen die Straftaten im bevölkerungsreichsten Bundesland im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf rund 1,37 Millionen Einzelfälle zurück. Mehr als die Hälfte (gut 52 Prozent) der Straftaten konnte aufgeklärt werden — laut Reul ist das der beste Wert seit 1959. Die Aufklärungsquote stieg gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent.

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Den Versuch, die Erfolge allein auf den Regierungswechsel in NRW im vergangenen Juli zurückzuführen, unternahm Reul gar nicht erst. Zwar habe die schwarz-gelbe Regierung mit ihrer Null-Toleranz-Strategie zu einem konsequenteren Handeln der NRW-Polizei beigetragen. Aber der Innenminister räumte ein, dass die Polizei auch vor dem Regierungswechsel "einfach gute Arbeit geleistet" habe.

Besonders stark fiel der Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen aus: Sie sanken um 25,7 Prozent. Die Ursachen sind vielschichtig. Laut Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann spielte dabei die Schließung der Balkanroute eine Rolle, weil insbesondere Banden aus Südosteuropa auf Wohnungseinbrüche in NRW spezialisiert waren. Zudem habe sich aber auch herumgesprochen, dass die Polizei in Nordrhein-Westfalen den Fahndungsdruck auf die Einbrecher massiv erhöht habe.

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"Das sind keineswegs alles Flüchtlinge"

Obwohl der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung nur bei 12,4 Prozent liege, seien 32 Prozent der Tatverdächtigen Nicht-Deutsche, sagte Reul weiter. "Das sind aber keineswegs alles Flüchtlinge." Der Anteil der Flüchtlinge an den Tatverdächtigen sei im Gegenteil deutlich gesunken. Hintergrund sei vielmehr, dass weiterhin ausländische Banden in NRW ihr Unwesen trieben.

Die Sicherheitsexpertin der Grünen im Landtag, Verena Schäffer, sieht den Rückgang der Kriminalität in NRW als ein Ergebnis der rot-grünen Vorgängerregierung: "Der Rückgang und die gleichzeitig gestiegene Aufklärungsquote belegen, dass die Maßnahmen und Programme der Vorgängerregierung nachhaltig wirken. Minister Reul ist nun in der glücklichen Lage, die Früchte rot-grüner Politik zu ernten."

Ihr Fachkollege von der CDU, Gregor Golland, sagte hingegen: "Mit der neuen Landesregierung und der Null-Toleranz-Strategie ist ein neuer Geist bei den Sicherheitsbehörden eingezogen. Dies zeigt sich nun in ersten erfreulichen Ergebnissen."

(tor)