Kreuz aus Barers für Rares: „Es handelt sich nicht um ein Papst-Siegel“

Missverständnis um Kreuz aus „Bares für Rares“ : „Es handelt sich nicht um ein Papst-Siegel“

In der Fernsehsendung „Barers für Rares“ wurde für 42.000 Euro ein Kreuz verkauft. Der Archivar des Kölner Erzbistums wunderte sich, dass es laut Medienberichten ein Siegel des Papstes tragen sollte. Nun meldete sich das ZDF.

Wenn ein Laie von einem Sachverhalt spricht, nutzt er oft Abkürzungen - das hat bei Fachleuten nun für Verwirrung gesorgt. So war im Fall des verkauften Kreuzes aus der ZDF-Trödelsendung „Bares für Rares“ nun in mehreren Medienberichten zu lesen, dass die Reliquie ein Papst-Siegel aus der Zeit Clemens IX tragen soll.

„Es handelt sich dabei definitiv nicht um ein Papst-Siegel“, hat daraufhin der Archivar des Erzbistum Köln Joachim Oepen gesagt. Schon vor einiger Zeit habe ihm eine Goldschmiedin ein Bild von eben jenem Wappen zugeschickt, mit der Theorie, dass es sich um ein Siegel des Papstes handelt. Dafür fehlen bestimmte Merkmale, etwa die Tiara.“ Auch zu einem Bischof oder Kardinal gehöre das Siegel nicht. Dass es sich bei dem Kreuz um den Schrein einer Reliquie handelt, schließt er trotzdem nicht aus. „Anhand des Wappens, deutet es daraufhin, dass es aus dem 17. oder 18. Jahrhundert stammt.“

Wie das ZDF nun mitteilte, habe die Expertin Heide Rezepa-Zabel in ihrer Expertise gesagt, dass es sich dabei um das Siegel der päpstlichen Kongregation für Ablass und heilige Reliquien handelt. Diese wurde von Papst Clemens IX errichtet.

Am Mittwochabend hat die Händlerin Susanne Steiger aus Bornheim bei Köln ein wertvolles Reliquienkreuz für 42.000 Euro gekauft. Es war der höchste Preis, der bisher dort erzielt wurde. „Das ist die Nadel im Heuhaufen. Und die habe ich heute Abend hier gefunden“, hatte Steiger in der Sendung gesagt.

Studentin Stephanie und ihre Mutter, Krankenschwester Cosima, hatten das Reliquienkreuz in der Show mit Gastgeber Horst Lichter angeboten. Cosima berichtete, ihre Tante habe eine alte Dame immer sonntags in die Kirche begleitet und aus Dankbarkeit den Anhänger vererbt bekommen, der Experten zufolge aus der Zeit um 1700 stammt.

(ubg/dpa)
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