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Krankmeldung: Höchster Krankenstand seit Corona-Beginn in NRW​

Bericht der Krankenkassen : Höchster Krankenstand seit Pandemie-Beginn in NRW

Der Krankenstand in Nordrhein-Westfalen hat laut einer Untersuchung der DAK-Gesundheit den höchsten Stand seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Krankenkassen hervor.

Im ersten Halbjahr 2022 lag der Krankenstand demnach bei 4,3 Prozent aller Beschäftigten, das waren 0,6 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr 2021, wie die Krankenkasse am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Es waren an jedem Tag des Halbjahres 2022 im Schnitt von 1000 Beschäftigten 43 krankgeschrieben.

Häufigster Grund für eine Krankschreibung waren Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen: Jeder fünfte Fehltag wurde damit begründet (19,8 Prozent). Danach folgten psychische Erkrankungen mit 16,8 Prozent. An dritter Stelle standen die Atemwegserkrankungen wie Husten und Schnupfen (15,8 Prozent). Corona verursachte 46 Fehltage je 100 Versicherten. Das waren fast sechsmal so viele Fehltage wie im Vorjahreszeitraum.

Die Krankenkasse hat für die Analyse alle Krankschreibungen des ersten Halbjahrs 2022 von über 430.000 DAK-versicherten Beschäftigten in NRW ausgewertet. Auf 100 DAK-versicherte Beschäftigte in NRW kamen den Erkenntnissen zufolge im ersten Halbjahr 772 Fehltage. Das waren 107 Tage mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

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„Parallel zu der schrittweisen Lockerung der Corona-Einschränkungen im März 2022 konnte sich eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle entwickeln“, sagte der Leiter der DAK-Landesvertretung NRW, Klaus Overdiek. Diese Welle sei von einer hochansteckenden Omikron-Variante begleitet worden, die so viel Arbeitsausfall bewirkt habe wie keine Variante zuvor. Gleichwohl liege NRW bei den Corona-bedingten Fehltagen noch unter dem Bundesschnitt: „Die Firmen in NRW sind im Grunde noch glimpflich davongekommen. In den allermeisten Bundesländern gab es von Januar bis Juni wesentlich mehr Corona-Fehltage als bei uns; in Mecklenburg-Vorpommern zum Beispiel etwa doppelt so viele.“

Nach Berufsgruppen betrachtet fehlten Beschäftigte in Erziehungsberufen wie etwa in Kitas besonders häufig mit einer Krankschreibung. Sie hatten im ersten Halbjahr 2022 im Durchschnitt 984 Fehltage je 100 Versicherte. Eher wenig Arbeitsausfall gab es hingegen in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen mit 532 Fehltagen je 100 Versicherte.

(bsch/epd)