Kraniche in NRW: Mythen und Fakten über die eleganten Zugvögel

Zugvögel über NRW : Diese Fakten über Kraniche kannten Sie bestimmt noch nicht

Seit einigen Tagen ziehen die Kraniche in ihr Winterquartier. Am Himmel über Nordrhein-Westfalen ist das als schönes Naturschauspiel zu bewundern. Was macht die Faszination der Vögel aus? Wir klären das jetzt.

Der Ruf des Kranichs könnte kaum besser sein. Er gilt als schön, elegant, als Bote des Glücks und des Frühlings. Taucht er hier dieser Tage am Himmel auf, zieht er mit Tausenden Artgenossen in der unverkennbaren V-Formation und lauten Trompeten gen Süden.

Das war vor einigen Jahren noch anders. „Dem Kranich ging es lange nicht gut“, sagt Birgit Königs vom Nabu NRW in Düsseldorf. „Durch den Schutz sind die Bestände wieder gewachsen. Deshalb kann man jetzt sehr verlässlich am Himmel verfolgen, wenn es Winter beziehungsweise wieder Frühling wird.“ Auch die Sprecherin der Naturschützer bemerkt die Faszination für die Tiere. „Die Kraniche sind absolute Sympathieträger.“

  • Kraniche gelten in vielen Kulturen der Welt als Glücksboten, als achtsam und schön.
  • Im antiken Ägypten galt der Kranich als Sonnenvogel. In den Hieroglyphen taucht der Kranich ebenfalls auf – als Schriftsymbol.
  • Im antiken Griechenland waren die Kraniche zum Beispiel dem Gott Apollon zugeordnet. Er galt als Symbol der Wachsamkeit und Klugheit.
  • Das Image des Kranichs im alten Rom war ebenfalls hervorragend. Die Römer sahen in ihm das Symbol für kluges Handeln, Beharrlichkeit und Sorgfalt.
  • Im Kaiserreich China glaubte man, dass die Seelen der Verstorbenen auf dem Rücken des Kranichs in den Himmel getragen werden.
  • In der keltischen Mythologie ist der Kranich ebenfalls ein Symbol des Glücks und ein Bote des Frühlings.
  • Besonders in Japan wird der Vogel verehrt. Da ist er Symbol des Glücks und der Langlebigkeit. Ein Mythos sagt, wer 1000 Origami-Kraniche gefaltet hat, dem erfüllen die Götter einen Wunsch. Diese Papier-Kraniche werden zu besonderen Anlässen überreicht.
  • Sadako Sasaki war Opfer der Atombombe von Hiroshima und erkrankte wegen der Strahlung an Leukämie. Gegen die Krankheit kämpfte sie mit dem Falten der Origami-Kraniche. Seitdem gilt der Kranich auch als Symbol der Friedensbewegung und des Widerstands gegen Atomwaffen.
  • In der Literatur kommt der Kranich ebenfalls in Märchen, Fabeln und Gedichten mit positiven Eigenschaften daher. Zum Beispiel in Bertholt Brechts Gedicht „Die Liebenden“ – da ist der Vogel ein Sinnbild für die Liebe.
  • Taucht der Kranich auf einem Wappen auf, steht er für Vorsicht und Wachsamkeit.

Dass der Kranich im Regelfall mit guten Eigenschaften belegt ist, erklärt sich die Sprecherin des Nabu durch seine Zuverlässigkeit in der Zugzeit. „Früher waren die Winter für die Menschen ja wesentlich härter. Das bedeutete, wenn der Kranich zurückkommt, sind die harten Zeiten vorbei“, sagt Königs. „In unseren Regionen sind die Tiere Frühlingsboten und sorgen für Freude – vor allen Dingen beim Rückzug im Frühjahr.“ Auch ihr Aussehen und ihre Eleganz in der Bewegung könnten ihrer Meinung nach Gründe sein, dass die Tiere vor allem im asiatischen Raum verehrt werden.