Kontrollen in Köln: Zoll findet Hunderte Mindestlohnverstöße bei Paketzustellern

Kontrollen im Rheinland : Zoll findet Hunderte Mindestlohnverstöße bei Paketzustellern

Anfahrten werden nicht als Arbeitszeiten ausgelegt, es gibt zu wenig Geld oder es wird schwarz gearbeitet: Der Zoll hat bei Kontrollen im Rheinland viele Missstände bei Paketzustellern gefunden.

Im Rahmen einer bundesweiten Aktion hat das Hauptzollamt Köln am Freitag Paketzusteller und Kurierdienste überprüft. Die Zollbeamten standen vor Postdepotzentren in Leverkusen, Bergisch Gladbach, Siegburg, Bornheim, Hürth und Köln, sagte ein Sprecher des Hauptzollamts Köln. „Wir haben insgesamt mit knapp 100 Kolleginnen und Kollegen 540 Personen befragt.“ Dies waren überwiegend Fahrer – die für nicht weniger als 147 Firmen arbeiteten: „Das zeigt, dass da sehr viele Nachunternehmer tätig sind“, sagte der Sprecher. In 220 Fällen gab es Hinweise auf Mindestlohnverstöße. Hier seien zum Beispiel Anfahrts- und Ladezeiten vom Arbeitgeber nicht als Arbeitszeit angerechnet worden.

In knapp 30 Fällen wurden Hinweise auf Leistungsbetrug gefunden. „Das heißt, das Leute Sozialleistungen beziehen und dem Jobcenter die Arbeitsaufnahme nicht mitgeteilt haben.“ In etwa 35 Fällen bestehe der Verdacht auf Schwarzarbeit. Ein Marokkaner habe sich seit knapp zwei Jahren illegal in Deutschland aufgehalten. „Ihn und den Arbeitgeber erwarten entsprechende Strafverfahren“, sagte der Sprecher.

(dpa)
Mehr von RP ONLINE