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Hilfen nach Unwetter durch Orkan Ela: Kommunen müssen schnell Schadenshöhe nennen

Hilfen nach Unwetter durch Orkan Ela : Kommunen müssen schnell Schadenshöhe nennen

Noch immer laufen in vielen Städten die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter von Pfingsten. Und auch die endgültige Schadenssumme muss vielerorts noch ermittelt werden. Den höchsten Schaden hat mit 63,3 Millionen Euro bislang Essen angegeben. Innenminister Ralf Jäger hat am Freitag den geschädigten Kommunen in NRW eine "schnelle und unbürokratische Hilfe" versprochen.

Nach der von Jäger vorgelegten Einsatzbilanz rückten Feuerwehr und Polizei bislang mehr als 31.000 Mal aus. Durch das schwere Unwetter am Pfingstmontag mit Gewittern, Starkregen und Sturm kamen sechs Menschen ums Leben, 98 wurden verletzt. Landesweit waren fast 36.000 Helfer der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Die Aufräumarbeiten dauern in vielen Städten und Gemeinden noch an.

"Wir sind uns einig, dass viele von ihnen unsere finanzielle Unterstützung dringend benötigen", erklärte Jäger am Freitag nach dem Gespräch mit den Oberbürgermeistern, Landräten und Vertretern der Kommunalen Spitzenverbände im Düsseldorfer Innenministerium. Die Landesregierung hatte in ihrer jüngsten Kabinettsitzung einen Hilfsfonds für die unwettergeschädigten Städte und Gemeinden beschlossen. In der kommenden Plenumswoche wird der Innenminister im Landtag über das weitere Handeln berichten.

Der Innenminister appellierte an die kommunalen Repräsentanten möglichst bald eine Schadensbilanz zu liefern. "Wir brauchen verlässliche Zahlen über Art und Höhe der Schäden. Erst danach kann die Landesregierung über die Höhe der finanziellen Hilfe entscheiden", erläuterte Jäger.

Bislang haben dreizehn kreisfreie Städte und vierzehn Kreise vorläufige Schätzungen zur Schadenshöhe gemeldet, die die Kommunen selbst als nur eingeschränkt belastbar einstufen. Die Stadt Duisburg schätzt den entstandenen Schaden auf etwa 3,1 Millionen Euro, die DVG geht von etwa 400.000 Euro aus.

Den höchsten Schaden hat mit 63,3 Millionen Euro Essen mitgeteilt, so das Innenministerium. Gemeldet wurden Schäden an Ampelanlagen, Straßenbeleuchtung, Öffentlichem Nahverkehr, städtischen Gebäuden wie Schulen und Kitas, Spielplätzen und Bäumen. Am Mittwoch gab es bereits erste Zahlen zu den Schäden, bis dahin hatten 17 Städte und 25 Kreise Schäden zwischen je 5000 und 61,3 Millionen Euro gemeldet.

Hilfe auch für private Waldbesitzer

Das Umweltministerium und der Landesbetrieb Wald und Holz NRW unterbreiten den Kommunen Beratungs- und Begutachtungsangebote. "Wir werden den betroffenen Kommunen aber auch mit finanziellen Hilfen zur Seite stehen. Diese Gelder sollen von Kommunen und von privaten Waldbesitzern für die Wiederaufforstung geschädigter Wälder verwendet werden", erklärte Umweltminister Johannes Remmel.

Das Land hat für betroffene Waldbesitzer eine Hotline geschaltet. Sie will Hilfestellung zum weiteren Umgang mit den geschädigten Waldbeständen geben, wie der Landesbetrieb Wald und Holz am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Waldbesitzer wollten demnach unter anderem wissen, ob es Fördermittel zur Wiederaufforstung gibt, wie das Sturmholz genutzt werden kann und ob für umgeworfene Bäume grundsätzlich neue Setzlinge gepflanzt werden müssen.

Die Hotline ist derzeit Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr unter der Nummer 0251/91797-495 zu erreichen.

Ausnahmezustand in Düsseldorf aufgehoben

Unterdessen gehen die Aufräumarbeiten weiter voran. In Düsseldorf hob die Feuerwehr am Freitag den seit dem Sturm geltenden Ausnahmezustand auf. Die Hauptgefahrenstellen auf den Straßen sowie Geh- und Radwegen seien weitgehend beseitigt, teilten die Rettungskräfte mit. Damit beginne für die Feuerwehr wieder der normale Regelbetrieb.

Insgesamt werden die Aufräumarbeiten in der Stadt, die mit am schwersten von dem Unwetter betroffen war, nach Schätzung der Feuerwehr noch mehrere Wochen dauern. Auch der Bahn machen die Sturmschäden weiter zu schaffen. So bleibe der stark beschädigte Streckenabschnitt der S 6 zwischen Düsseldorf-Rath und Essen bis voraussichtlich Mitte August gesperrt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Unwetter Ela sorgt für Schäden in NRW

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