Kommentar: Gaffer-Fotos nicht „liken“, sondern der Polizei melden

Jeder steht in der Verantwortung : Gaffer-Fotos nicht „liken“, sondern melden

Es ist eine Nachricht, die fassungslos macht. In Mönchengladbach sollen Schaulustige an einem Unfallort die Anweisungen der Feuerwehr ignoriert und so die Rettungsmaßnahmen für eine 56-jährige Autofahrerin behindert haben. Wieder einmal.

Die Feuerwehr sprach nach dem Vorfall in Mönchengladbach von einem menschenunwürdigen Verhalten. Die Frau starb trotz der Wiederbelebungsversuche noch am Unfallort.

Ein solches oder ähnliches Verhalten ist mittlerweile trauriger Alltag auf den Straßen. Seit Jahren berichten Polizisten und Rettungskräfte regelmäßig von Schaulustigen an den Unfallstellen, die oftmals ohne Skrupel mit ihren Smartphones Fotos und Videos von den Verunglückten machen und damit den Rettungseinsatz behindern und gefährden. Und manche Gaffer werden auch noch aggressiv, wenn sie auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden. Rettungskräfte schildern immer wieder, dass sie nicht nur verbal, sondern auch körperlich angegangen werden, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten.

Was geht nur in den Köpfen solcher Leute vor? Was treibt Menschen an, das Leid anderer zu fotografieren und zu filmen? Man kann nur mutmaßen, ob es die Gier nach Aufmerksamkeit ist, die sie zu bekommen hoffen, wenn sie solche Aufnahmen in den sozialen Medien oder den Chatgruppen im Freundeskreis verbreiten. Wenn es so sein sollte, müsste diese ekelhafte Effekthascherei innerhalb des jeweiligen Freundes- und Bekanntenkreises geächtet werden. Wer ein solches Bild auf welchem Weg auch immer erhält, sollte das der Polizei melden – und nicht „liken“.

Und die Gaffer selbst sollten sich einmal ins Bewusstsein rufen, dass sie auch jederzeit in einen schweren Unfall verwickelt werden und zum Opfer werden könnten und dann selbst schnelle Hilfe benötigen.

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