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Köln Sadtwald: Joggerin könnte Vergewaltigung erfunden haben

Sexueller Übergriff im Kölner Stadtwald : Joggerin könnte Vergewaltigung erfunden haben

Tagelang hat die Kölner Polizei nach einem Mann gesucht, der eine Joggerin im Stadtwald vergewaltigt haben soll. Nun nimmt der Fall eine überraschende Wendung.

Eine Joggerin wird am hellichten Tag im Stadtwald bedroht und vergewaltigt – dieses Verbrechen schockte viele Kölner in der vergangenen Woche. Am vergangenen Mittwoch soll der Täter die Joggerin am Decksteiner Weiher beim „Haus am See“ in ein Waldstück gezwungen und dort vergewaltigt haben. Morgens um 9 Uhr, zu einer Zeit also, wo Dutzende Spaziergänger mit ihren Hunden, Jogger und Radfahrer im Stadtwald unterwegs sind.

Nun könnte der Fall eine unerwartete Wendung nehmen: „Nach Auswertung der bislang vorliegenden Beweismittel ist mittlerweile nicht auszuschließen, dass die Geschädigte die von ihr angezeigte Tat vorgetäuscht oder sich die Tat anders als von ihr geschildert zugetragen haben könnte“, teilt die Kölner Polizei mit. Es bestehe der Anfangsverdacht des Vortäuschens einer Straftat. „Vor diesem Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren aufgenommen worden.“ Details dazu will die Polizei nicht nennen. Die gesicherten und als tatrelevant eingestuften Spuren werden beim Landeskriminalamt priorisiert ausgewertet, um sich weitere Klarheit über den Fall zu verschaffen, wie es heißt. Erst dann würden weitere Auskünfte erteilt.

Noch am Donnerstag hatten 25 Polizisten den vermeintlichen Tatort Stück für Stück nach brauchbaren Spuren abgesucht, auch in der Hoffnung, der Täter könnte auf der Flucht irgendetwas verloren haben. Die Frau hatte den Mann beschrieben: 1,90 Meter groß, auffallend grüne Augen, bekleidet mit schwarzen Sportsachen und hellen Schuhen. Die Ermittler hatten den vermeintlichen Vergewaltiger nach der Tatbegehung, die sie als „sehr speziell“ beschrieben, als besonders gefährlich eingestuft und befürchtet, es könnte sich um einen Serientäter handeln. Auch am Freitagmorgen waren wieder Polizisten im Stadtwald, um Leute anzusprechen, die dort möglicherweise jeden Morgen unterwegs sind und Beobachtungen gemacht haben. Doch auch das brachte keine Ergebnisse.