Prozessbeginn in Köln Morde mit Rattengift – erdrückende Beweise gegen 41-Jährigen

Köln · Ein Krankenpfleger aus Hürth soll mehrere Frauen aus seinem Umfeld vergiftet haben – mit dem hochgiftigen Schwermetall Thallium. Zwei Frauen überlebten nicht. Am Montag startet der Prozess gegen den 41-Jährigen vor dem Kölner Landgericht.

Ein Gläschen mit dem Rattengift Thallium.

Ein Gläschen mit dem Rattengift Thallium.

Foto: dpa/Armin Thiemer / dpa

Zwei Wochen lang versuchen Ärzte der Düsseldorfer Uniklinik im November 2021, eine junge schwangere Patientin zu retten. Doch der Zustand der 36-Jährigen wird von Tag zu Tag kritischer. Nach Bauchkrämpfen, starken Schmerzen am ganzen Körper, Haarausfall und Durchfällen wird sie zeitweise bewusstlos und bekommt eine Lungenentzündung. Schließlich muss sie beatmet werden. Eine weitere Blutuntersuchung führt endlich zur Diagnose: Die Frau hat Thallium im Blut, ein hochgiftiges Schwermetall, das früher als Rattengift verwendet wurde, seit vielen Jahren aber verboten ist. Weniger als ein Gramm kann schon tödlich sein für einen Menschen. Ein Gegenmittel rettet das Leben der Schwangeren. Sie ist erst in der 15. Woche. Auch das Ungeborene scheint alles soweit überstanden zu haben – so sieht es zumindest zum damaligen Zeitpunkt aus.