Köln: Landgericht schafft Spezialkammer für Vergewaltigung und Missbrauch

Vergewaltigung und Missbrauch: Kölner Landgericht schafft Spezialkammer für Sexualstraftaten

Am Kölner Landgericht kümmert sich jetzt eine Spezialkammer um Sexualstraftaten. Die Spezialkammer ist ausschließlich für Fälle von Vergewaltigung, Missbrauch und sexueller Nötigung zuständig. NRW-Justizminister Biesenbach will das Konzept ausweiten.

Durch die neue Kammer könnten Verfahren schneller und qualitativ besser bearbeitet werden, sagte Gerichtspräsident Roland Ketterle am Freitag. Die Spezialkammer sei künftig in erster und zweiter Instanz ausschließlich für Fälle von Vergewaltigung, Missbrauch und sexueller Nötigung zuständig. Pro Jahr gebe es am Kölner Landgericht etwa 15 komplexe Verfahren in diesem Bereich, die nun bei der bereits bestehenden 13. Großen Strafkammer gebündelt würden.

NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) will nach eigenen Angaben auch bei anderen Gerichten für die Einrichtung von Spezialkammern werben. „Spezialisierung ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Effizienz und Qualität der Strafjustiz“, sagte Biesenbach in Köln. Während es bei den Staatsanwaltschaften schon vielfach Abteilungen gebe, die sich nur mit bestimmten Gebieten befassten, sei dies bei den Gerichten häufig noch ausbaufähig.

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Am Kölner Landgericht - dem größten Landgericht in NRW - existieren bereits mehrere Spezialkammern, zum Beispiel für Cyber- und Drogenkriminalität. Eine Spezialkammer für Sexualstraftaten gibt es nach Angaben des Justizministeriums auch in Dortmund.

(mba/dpa)
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