Köln: Geldbußen für Betreiber und Mitarbeiter nach Seilbahn-Havarie

Rettung aus 70 Metern Höhe : Betreiber und Mitarbeiter müssen Geldbuße für Kölner Seilbahn-Havarie 2017 zahlen

Nach der Havarie der Kölner Seilbahn im Jahr 2017 müssen der Betreiber sowie ein Mitarbeiter Geldbußen zahlen. 65 Menschen mussten damals von Höhenrettern in Sicherheit gebracht werden.

Die Seilbahn AG müsse eine fünfstellige Geldbuße zahlen, ein Mitarbeiter eine vierstellige, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag bestätigte. Zuvor hatten die „Kölnische Rundschau“ und der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Gegen einen weiteren Mitarbeiter stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein.

Die Seilbahn war stillgelegt worden, nachdem sie im Juli 2017 plötzlich stehengeblieben war. Damals saßen 65 Menschen teils stundenlang in großer Höhe in den Kabinen fest. In einer spektakulären Rettungsaktion wurden sie von Höhenrettern der Feuerwehr befreit und auf ein Schiff abgeseilt. Seit Ende März dieses Jahres fährt die Seilbahn wieder - mit verbessertem Sicherheitskonzept.

Ursache für die Havarie vor mehr als anderthalb Jahren war einem Gutachten zufolge böiger Wind, der ein sogenanntes Hilfsseil derart in Schwingung versetzte, dass es sich an einer Gondel verfing. Künftig soll die Seilbahn bei Wind schneller gestoppt werden: Durfte sie früher bis zu einer Windstärke von 16 Metern je Sekunde fahren, wurde der Grenzwert nun auf zwölf Meter pro Sekunde gesenkt. In den Gondeln hängt zudem jeweils nun ein Notfall-Handy. Dann wird nach Angaben des Betreibers sofort eine Verbindung zur Bodenstation hergestellt.

(hsr/dpa)
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