Anstieg in Köln Karneval als Auslöser für erhöhte Corona-Fallzahlen?

Köln/Düsseldorf · Tausende haben in Köln und Düsseldorf im Straßenkarneval und in den Kneipen gefeiert. Die Stadt Köln verzeichnet nun einen Anstieg der Corona-Fallzahlen – vor allem bei jungen Menschen.

 Die Zülpicher Straße in Köln an Weiberfastnacht in der vergangenen Woche.

Die Zülpicher Straße in Köln an Weiberfastnacht in der vergangenen Woche.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Hat der Karneval die Infektionszahlen im Rheinland wieder nach oben schnellen lassen? Ganz so einfach ist das nicht zu beantworten. Zwar teilt die Stadt Köln auf Anfrage mit: „Aktuell verzeichnen wir in Köln wieder einen Anstieg der Fallzahlen.“ Vor allem in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren sei der Anstieg besonders ausgeprägt. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in dieser Gruppe von 1466 auf 1876 gestiegen. „Dies kann ein Anzeichen für Ansteckung im Zusammenhang mit Karneval sein“, sagt eine Stadtsprecherin. „Eine ursächliche Erklärung des Inzidenzanstiegs durch den Karneval ist aber nicht sicher beurteilbar, auch aufgrund der inzwischen erheblich zurückgefahrenen Kontaktnachverfolgung.“

Dazu kommt: Modellierer hatten einen Anstieg der Fallzahlen für ganz Deutschland ab Ende Februar prognostiziert. „Ein Grund dafür liegt in der stark zunehmenden Ausbreitung des Omikron-Subtyps BA.2, der sich noch schneller verbreitet als der bislang dominierende Subtyp BA.1“, sagt die Sprecherin. Nach Angeben eines Kölner Labors macht BA.2 mittlerweile 50 Prozent aller Infektionen aus. In Nordrhein-Westfalen ist die Inzidenz zum ersten Mal seit knapp drei Wochen wieder gestiegen und liegt bei über 1000. In Köln lag die Inzidenz am Freitag bei 1400,8.

Da an Karneval die Regeln verschärft worden waren, also nur mitfeiern konnte, wer geboostert war und zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Test vorweisen konnte, kam es vor und an den Karnevalstagen zu einem deutlich erhöhten Testaufkommen in Köln. So wurden nach Angaben der Stadt etwa an Weiberfastnacht  103.640 Tests durchgeführt – am Freitag, 25. Februar, wurde die höchste Anzahl mit 130.416 Tests erreicht. Auch dadurch wurden mehr positive Fälle bekannt, die in die Zahlen einfließen.

Die Auslastung der Kölner Kliniken sei derzeit moderat, wie die Sprecherin sagt. „Da die Krankenhausauslastung als ein Indikator der Krankheitsschwere keine Zuspitzung der Infektionsdynamik anzeigt, kann die Lage derzeit als nicht dramatisch bezeichnet werden“, betont sie. Das Gesundheitsamt werde die Lage aber weiter beobachten und analysieren.

Für Düsseldorf liegen die Zahlen noch nicht vor, sie sind ab Montag verfügbar, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. „Das Gesundheitsamt kann dazu erst nächste Woche eine vorsichtige Aussage treffen“, sagte sie. Erst dann ließen sich auch Aussagen über einen möglichen signifikanten Anstieg der Fallzahlen treffen.

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