Klimawandel in NRW: In Düsseldorf und Köln wird es bald besonders heiß

Folgen des Klimawandels: In diesen NRW-Städten wird es bald besonders heiß

Der Klimawandel wird in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg der Temperaturen in NRW mit sich bringen. Das ergab eine Studie des Landesumweltamtes NRW. Welche Städte und Regionen besonders von der Hitze betroffen sind, erfahren Sie hier.

Man kann die Monate April und Mai 2018 durchaus als Vorboten für das bezeichnen, was NRW in Zukunft regelmäßig ereilen wird: extreme Hitze.

Der Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) lassen wenig Zweifel zu. Schon im Frühling war es über 30 Grad heiß. In zwei Monaten hintereinander wurden diese Temperaturen gemessen. Das gab es noch nie.

In diesen Regionen in NRW wird es tags besonders heiß. Foto: LANUV

Ein Trend, auf den wir uns einstellen sollten. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV). „Unsere Projektionen zeigen, dass hier in NRW die durchschnittlichen Jahrestemperaturen bis zur Mitte dieses Jahrhunderts zwischen 0,7 und 1,7 Grad Celsius ansteigen werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts erwarten wir sogar einen Temperaturanstieg zwischen 1,5 und 4,3 Grad Celsius. Daraus resultieren mehr besonders heiße Tage und in der Folge Hitzeperioden, die stärker ausfallen und länger anhalten“, sagt Thomas Delschen, Präsident des LANUV.

Dichte Städte trifft es härter

In diesen Regionen in NRW bleibt es nachts besonders heiß. Foto: LANUV

Vor allem in stark verdichteten und stark bebauten Innenstadtbereichen ohne Grünflächen dürfte sich die Hitze bemerkbar machen. „Hier besteht die Gefahr, dass sich sogenannte Wärme- oder Hitzeinseln bilden“, sagt Delschen.

Insbesondere nachts sind die Temperaturunterschiede im Verhältnis zum wenig bebauten Umland drastisch. Messungen des DWD zufolge, kann es dann in einer Stadt wie Köln rund zehn Grad wärmer sein, als zum gleichen Zeitpunkt im Umland. Ursache dafür sind ein verringerter Luftaustausch, Gebäude und Straßen, die Wärme speichern sowie Industrie und Verkehr, die Wärme abstrahlen“, sagt Delschen.

Diese Städte sind am meisten von der Hitze betroffen:

  • Köln (654.000 Betroffene, 62 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • Düsseldorf (430.000 Betroffene, 70 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • Duisburg (311.000 Betroffene, 63 Prozent der Gesamtbevölkerung).
  • Hilden (38.000 Betroffene, 70 Prozent der Gesamtbevölkerung)
  • Gladbeck (46.000 Betroffene, 61 Prozent Gesamtbevölkerung)
  • Langenfeld (34.000 Betroffene, 58 Prozent Gesamtbevölkerung)
  • Gronau (24.000 Betroffene, 51 Prozent Gesamtbevölkerung)

„Experten aus der Stadt- und Regionalplanung sind hier gefragt, um Vorsorge zu treffen“, sagt Delschen. „Besonders den Anteil an Grün- und Wasserflächen oder Bepflanzung zu erhöhen, helle Fassaden beim Hausbau einzusetzen und die Versiegelung von Flächen zu verringern oder zu vermeiden, sind sinnvolle Ansätze, um Hitzebelastungen abzumildern.“ Begrünung ist vor allem deshalb sinnvoll, da durch die Verdunstung von Wasser durch Pflanzen Wärmeenergie verbraucht wird und somit die Umgebungsluft abkühlt.

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