Kita-Streiks: Schwerpunkt in NRW

Türen mehrere Tage geschlossen: Kita-Streiks: Schwerpunkt in NRW

In kommunalen Kindertagesstätten stehen die Zeichen auf Streik. Schwerpunkt-Bundesland dürfte nach Angaben aus der Gewerkschaft Verdi NRW werden. Schon gegen Ende nächster Woche müssen Eltern damit rechnen, dass ihre Kita für mehrere Tage geschlossen bleibt.

Streiks könnten unbefristet über einen längeren Zeitraum laufen, sagte der nordrhein-westfälische Verdi-Sprecher Günter Isemeyer.

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen für die 240 000 Erzieher und Sozialarbeiter in Deutschland rufen die Gewerkschaften ihre Mitglieder bis nächste Woche Dienstag zur Urabstimmung an die Urnen.
Isemeyer geht davon aus, dass die notwendige Dreiviertelmehrheit deutlich überschritten wird.

Hintergrund des vermutlich größten Streiks in Kindertagesstätten seit sechs Jahren sind hohe Forderungen der Gewerkschaften. Verdi, GEW und dbb wollen angesichts gestiegener Anforderungen an den Erzieherberuf höhere Eingruppierungen mit Einkommensverbesserungen von durchschnittlich rund zehn Prozent durchsetzen.

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Eltern werden nicht überall auf die gleiche Weise betroffen sein. Innerhalb von NRW werde es Unterschiede geben, auch beim Beginn der Streiks. Für Härtefälle sollen Notgruppen eingerichtet werden. Der DGB kündigte zudem an, er wolle sich zur Unterstützung um innerbetriebliche Betreuungsmöglichkeiten bemühen. Elternverbände raten Betroffenen, sich gegenseitig zu helfen.

DGB-Landeschef Andreas Meyer-Lauber sagte zu dem Arbeitskampf: "Das ist für die Gewerkschaften eine sehr prinzipielle Frage, ob die qualifizierte und verantwortungsvolle Arbeit von Frauen genauso wertgeschätzt wird wie die eines Facharbeiters." Die Forderung nach gleicher Bezahlung von Männern und Frauen stehe hier exemplarisch auf der Agenda.

(lnw)
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