Kita-Streik 2019 in NRW: AWO-Warnstreik trifft auch Pflegezentren und Kitas

Gewerkschaft fordert zehn Prozent mehr Lohn: AWO-Warnstreik am Dienstag trifft auch Kitas und Pflegezentren

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Dienstag zu ganztägigen Warnstreiks in Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt in NRW aufgerufen. Auch Kitas sind betroffen. Schwerpunkt soll die Region Bochum sein.

Es müsse mit Schließungen von AWO-Kindertagesstätten und der AWO-Betreuung in Offenen Ganztagsschulen gerechnet werden, teilte Verdi NRW mit. „Gestreikt wird aber auch in Einrichtungen der Altenpflege, Sozialstationen, Beratungsstellen, ambulanten Pflegediensten, Verwaltungen und technischen Diensten“, sagte eine Verdi-Sprecherin.

In den Einrichtungen, die vom Streik betroffen sind, werde es Notfallvereinbarungen geben. „In unseren Seniorenzentren wird so die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sichergestellt. In den Kitas versuchen wir, Notgruppen einzurichten“, sagte eine AWO-Sprecherin.

Die AWO NRW betreibt nach eigenen Angaben rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 490 Offene Ganztagsbetreuungen und 132 Seniorenzentren. „Leider liegen uns aktuell noch keine genauen Angaben über mögliche Schließungen vor“, sagte eine Verdi-Sprecherin unserer Redaktion. Diese seien wahrscheinlich erst am Dienstag tatsächlich erkennbar.

Alle Streikteilnehmer sollen zu einer Verdi-Kundgebung nach Düsseldorf fahren. In der aktuellen Tarifauseinandersetzungen findet dort am Dienstag die zweite Verhandlungsrunde statt. Verdi will eine Angleichung der Löhne an das Lohnniveau im öffentlichen Dienst und fordert daher für die 65.000 Beschäftigten der AWO NRW zehn Prozent mehr Lohn. Die Laufzeit soll 13 Monate betragen. Die Arbeitgeber haben gestaffelt insgesamt sieben Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten.

Verdi zeigte sich zufrieden mit den Warnstreik-Vorbereitungen. Bis zum späten Nachmittag hatten nach Angaben von Verhandlungsführer Wolfgang Cremer fünf von elf Bezirken insgesamt 1300 Teilnehmer gemeldet. Die Gewerkschaft war insgesamt von 1000 Warnstreikenden ausgegangen. Es gehe nicht darum, flächendeckend Einrichtungen lahmzulegen, sagte Cremer, aber ein ernstzunehmendes Zeichen in Richtung Arbeitgeber zu senden. Ein Streikschwerpunkt wird ihm zufolge im Raum Bochum sein, wo von 22 Kitas wohl nur eine geöffnet haben wird.

Zuvor hatten sich die Arbeitgeber angesichts des Warnstreiks gelassen gezeigt. „Wir gehen davon aus, dass die Streikbeteiligung nicht sehr hoch sein wird, weil Verdi zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt bereits zu Warnstreiks aufruft“, sagte der Geschäftsführer des AWO-Bezirks Westliches Westfalen, Uwe Hildebrandt. „Ansonsten wird es in den Einrichtungen, die vom Streik  betroffen sind, Notfallvereinbarungen geben. In unseren Seniorenzentren wird so die Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner sichergestellt. In den Kitas versuchen wir, Notgruppen einzurichten.“

(mro/maxi/dpa)
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