Corona-Pandemie Schausteller sehen große Volksfeste erst bei Herdenimmunität

Düsseldorf · Karussells stehen schon seit langem still, Achterbahnen werden nur für die TÜV-Abnahme aufgebaut: Kirmes und Jahrmärkte fielen 2020 wegen Corona aus. Auch für 2021 sieht es nicht gut aus. Die Branche hofft auf schnelles Tempo beim Impfen.

 Besucher im Juni 2020 auf dem Pop-Up-Freizeitpark „Düsselland“: Der Jahrmarkt auf dem Gelände der Messe war als Ersatz für die Rheinkirmes aufgebaut worden.

Besucher im Juni 2020 auf dem Pop-Up-Freizeitpark „Düsselland“: Der Jahrmarkt auf dem Gelände der Messe war als Ersatz für die Rheinkirmes aufgebaut worden.

Foto: dpa/Marcel Kusch

Große Volksfeste können nach Einschätzung des Deutschen Schaustellerbundes (DSB) erst wieder veranstaltet werden, wenn eine sogenannte Herdenimmunität in der Bevölkerung erreicht ist. „Dass wir bei einer riesigen Besuchermenge, wie zum Beispiel der Cranger Kirmes, mit Schnelltests arbeiten, das wird nicht gehen“, sagte DSB-Präsident Albert Ritter. Volksfeste in der gewohnten Dimension könnten deshalb wohl erst wieder stattfinden, wenn ein ausreichender Teil der Bevölkerung geimpft sei.

In Nordrhein-Westfalen sind Volks- und Schützenfeste noch bis mindestens 31. Mai verboten. Derzeit heiße es für Schausteller und Veranstalter also noch „abwarten“, sagte Ritter. Ob, wann und unter welchen Bedingungen in diesem Jahr Karussells und Jahrmarkt-Buden aufgebaut werden könnten, sei noch unklar. Die Stadt Düsseldorf und der Schützenverein St. Sebastianus zum Beispiel wollen Ende April über die traditionsreiche Rheinkirmes entscheiden. Die Stadt Herne peilt ebenfalls für Ende des Monats Beratungen über Crange an.

Düsselland: Pop-up-Freizeitpark in Düsseldorf eröffnet - Bilder
22 Bilder

Pop-up-Freizeitpark in Düsseldorf - Düsselland eröffnet

22 Bilder
Foto: Bretz, Andreas (abr)

„Es wäre ja auch eine abgespeckte Form denkbar - etwa ein Biergarten statt Bierstände“, sagte Ritter. Wichtig sei, dass Kommunen nicht vorsichtshalber schon jetzt Volksfeste etwa für den Herbst komplett absagten. „Wir haben mit kurzfristiger Planung kein Problem“, erklärte Ritter, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Schaustellerverbände in NRW ist.

Die Branche habe sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet, die sich bereits im vergangenen Jahr bei temporären Freizeitparks - etwa in Düsseldorf oder Dortmund - bewährt hätten. Für diesen Sommer seien solche Ersatzveranstaltungen bislang noch nicht beantragt, auch damit werde zunächst noch gewartet.

Zum Glück kämen die Hilfsprogramme der Bundesregierung nach einigen Anlaufschwierigkeiten mittlerweile auch den Schaustellern zu Gute, die sich wegen ihres Saisongeschäfts in einer Sonderrolle befänden. „Die Novemberhilfe ist inzwischen bei fast allen angekommen.“

(top/dpa)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort