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Kinderpornografie-Durchsuchung: 15-Jähriger im Schrank gefunden

Fall war auch bei „Aktenzeichen XY“ : Vermisster Marvin aus Duisburg bei Kinderporno-Durchsuchung im Schrank gefunden

Spektakuläre Wende im Fall des vermissten Marvin aus Duisburg: Der seit zwei Jahren verschwundene Junge, nach dem auch bei „Aktenzeichen XY“ gesucht wurde, ist wieder aufgetaucht – bei einer Wohnungsdurchsuchung in Recklinghausen.

Bei der Durchsuchung der Wohnung eines 44-Jährigen in Recklinghausen wegen des Verdachts auf Kinderpornografie entdeckte die Polizei den vermissten Marvin aus Duisburg, der seit zwei Jahren vermisst wurde. Polizisten entdeckten den Jugendlichen in einem Schrank, wie die Kreispolizei Recklinghausen mitteilte. Dort habe er sich versteckt oder sei versteckt worden.

„Hinweise, dass der Junge gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde, liegen zurzeit nicht vor“, betonte ein Sprecher. „Es spricht einiges dafür, dass er sich schon längere Zeit freiwillig dort aufgehalten hat“, sagte der Sprecher weiter. Nähere Einzelheiten zu dem Jugendlichen nannte die Polizei aus Opferschutzgründen nicht.

Der 44-Jährige steht unter Verdacht, kinderpornografische Schriften verbreitet zu haben. In der Wohnung wurde bei der Durchsuchung am Freitag auch ein 77-Jähriger angetroffen. Nach dpa-Informationen soll es sich um den Vater des 44-Jährigen handeln, der dort ebenfalls lebt. Beide wurden vorläufig festgenommen.

Sichergestellt worden seien technische Geräte und Datenträger, eine Auswertung sei sofort veranlasst worden. Bei der Suche kam auch ein Datenträgerspürhund zum Einsatz.

Der 15-jährige Marvin befand sich am Freitag noch im Polizeigewahrsam. Das Jugendamt sei eingeschaltet, hieß es.

Der aus Duisburg stammende Junge hatte nach seinem Verschwinden aus einer Einrichtung in Oer-Erkenschwick im Juni 2017 sein Handy ausgeschaltet und war unauffindbar. Im vergangenen Sommer war der Fall noch Thema bei der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY gewesen. Danach hatte sich die Duisburger Polizei für die zahlreichen Hinweise bedankt, die nach der Ausstrahlung eingegangen waren.

(seda/dab/dpa)