Kinderporno-Razzia in NRW: Vier Tatverdächtige - auch in Wuppertal

Bundesweite Durchsuchungen : Vier Tatverdächtige in NRW sollen Kinderpornos verschickt haben

Ermittler haben in elf Bundesländern Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht, davon vier in NRW. 21 Personen sollen Kinderporno-Videos im Internet verschickt und verbreitet haben. Manche der Beschuldigten sind erst 14 Jahre alt.

Wegen des Verdachts der Weiterleitung von Bildern und Videos mit kinderpornografischem Inhalt haben Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) und der Polizei in elf Bundesländern Wohnungen von Tatverdächtigen durchsucht. Dabei seien zahlreiche Beweismittel wie Computer und Datenträger sichergestellt worden, teilten das BKA und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag mit. Die Wohnungsdurchsuchungen fanden bereits am 23. Oktober statt.

Auch in Nordrhein-Westfalen gab es Durchsuchungen: Die Polizei durchsuchte die Wohnungen von vier Tatverdächtigen in Wuppertal, in Stolberg bei Aachen sowie im Landkreis Siegen-Wittgenstein. Weitere Durchsuchungen gab es in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Die 21 Beschuldigten im Alter von 14 bis 26 Jahren stehen im Verdacht, kinderpornografische Videodateien über soziale Netzwerke geteilt und verbreitet zu haben. Festnahmen habe es nicht gegeben, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Bei den Videodateien handelt es sich zum einen um eine mutmaßlich im Jahr 2014 entstandene Aufnahme, die zwei US-amerikanische Kinder bei sexuellen Handlungen zeigt. Es besteht der Verdacht, dass diese Aufnahme durch einen sogenannten „Cybergrooming“-Übergriff eines Dritten gefertigt wurde. Bei der weiteren Videodatei handelt es sich um die Aufnahme einer Vergewaltigung eines etwa zehn Jahre alten Kindes durch zwei Jugendliche in einem Steinbruch, mutmaßlich in Afghanistan.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Bundeskriminalamt beobachten nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten vermehrt, dass Videos mit eindeutig kinderpornografischen Inhalten von Jugendlichen und Kindern über soziale Netzwerke geteilt werden. „Die Inhalte der Aufnahmen werden hierbei häufig bagatellisiert und zum Teil mit als lustig empfundenen Texten und Emojis versehen“, heißt es in einer Mitteilung von Generalstaatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt.

Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angesiedelte Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) verfolgt vor allem Delikte wie Kinderpornografie im Netz und Hackerangriffe. Auch Datendiebstahl sowie Drogen- und Waffenhandel im Darknet zählen dazu. Hessens Justizministerin Eva Kühe-Hörmann (CDU) hatte jüngst angekündigt, dass die Sondereinheit mit mehr Staatsanwälten ausgestattet wird, um verstärkt gegen die Hasskriminalität im Netz vorzugehen.

Am Montag wollen die Ermittler Einzelheiten bekannt geben.

(mba/hsr/dpa)
Mehr von RP ONLINE