1. NRW
  2. Panorama

Kerpene: Totes Baby wurde brutal misshandelt - Eltern vor Gericht

Eltern vor Gericht : Totes Baby aus Kerpen wurde brutal misshandelt

Im März fanden Polizisten in einer Wohnung in Kerpen ein totes Baby - die Eltern stehen unter Verdacht, für den Tod des Jungen verantwortlich zu sein. Die Leiche wies massive Spuren von Misshandlungen auf. Nun hat der Prozess begonnen.

Ein halbes Jahr nach dem Tod eines Säuglings in Kerpen hat der Prozess gegen die beiden Eltern des kleinen Jungen begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47 Jahre alten Vater und der 23 Jahre alten Mutter Totschlag und Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Zum Prozessbeginn am Dienstag in Köln machten die aus Marokko stammenden Angeklagten zunächst keine Angaben zu den Vorwürfen. Am Rande des Verfahrens am Landgericht erklärte der Anwalt des 47-Jährigen allerdings, auf Freispruch verteidigen zu wollen. Sein Mandant habe ihm gesagt, die Tat nicht begangen zu haben. „Ich glaube auch, dass wir das beweisen können.“

Die Leiche des sieben Monate alten Jungen soll von massiven Misshandlungsspuren gezeichnet gewesen sein. Die Anklage zählt Hämatome an Hals, Schultern und Rücken auf. Auch seien über den Körper verteilt Biss- und Kratzspuren festgestellt worden. Ursache für den Tod sei ein Schädelhirntrauma gewesen, ausgelöst durch einem Stoß des Babykopfes gegen einen „kantigen Gegenstand“. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein Elternteil dem Säugling die Verletzungen zufügte. Das andere habe sie nicht verhindert.

  • Haftbefehl gegen Eltern erlassen : Polizei findet toten Säugling in Kerpen
  • Prozess in Düsseldorf : Angeklagter weint um totes Baby
  • Leiche in Wald gefunden : Beerdigung für totes Baby in Wuppertal geplant

Nach Angaben eines beteiligten Ermittlungsbeamten wandte sich die Mutter im März an einen Nachbarn, nachdem sie das Baby leblos im Kinderbett gefunden hatte. Der Nachbar habe dann keinen Puls mehr feststellen können und den Notruf gewählt. Reanimationsversuche blieben erfolglos. Das Ehepaar hat auch noch einen zweijährigen Sohn. Nachbarn, so der Ermittler, hätten nichts Auffälliges über die Familie berichten können. Zum Tatzeitpunkt habe sie rund vier Jahre in dem Mehrfamilienhaus in Kerpen gewohnt.

(skr/dpa)