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Debatte um WestLB-Kunstverkäufe: Katastrophale Kommunikation der NRW-Regierung

Debatte um WestLB-Kunstverkäufe : Katastrophale Kommunikation der NRW-Regierung

Die Landesregierung hat die öffentliche Debatte über die Kunstverkäufe von Westspiel (Andy Warhol) und Portigon (WestLB-Sammlung) vollkommen unterschätzt.

Sowohl die Versteigerung der beiden Warhols als auch die Ankündigung des Verkaufs der WestLB-Sammlung haben jeweils eine bundesweite Debatte unter namhaften Museumsdirektoren, Kunsthistorikern und Liebhabern hervorgerufen — und in keiner dieser Debatten macht die Landesregierung eine gute Figur.

Jetzt hat sich sogar die Staatssekretärin für Kultur auf Bundesebene eingeschaltet und droht der NRW-Landesregierung mit einer Prüfung der Vorgänge — schließlich geht es um Kunst aus Beständen von landeseigenen Unternehmen und damit um öffentlich-rechtliches Eigentum.

Der Fehler, den die Landesregierung macht, ist nicht der Verkauf als solcher. Der ist ebenso gut zu rechtfertigen wie die Forderung nach einem Verbleib der Werke in Landeshand. Der größte Fehler der NRW-Regierung in dieser Angelegenheit ist die katastrophale Kommunikation.

Erst tut sie so, als habe sie mit dem Warhol-Verkauf nichts zu tun. Dann enthält sie der Öffentlichkeit Informationen zu landeseigenen Kunstsammlungen vor. Dann verweigert sie monatelang die Diskussion über die Verkäufe. Dann beschließt sie, dass die Diskussion ab Februar an einem Runden Tisch geführt werden soll, lässt aber Portigon schon vorher den Verkauf weiterer Kunstwerke ankündigen. Kein Wunder, dass die bundesweite Kulturlandschaft auf die NRW-Landesregierung nicht mehr gut zu sprechen ist.

(tor)