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Karneval trotz Corona: Vereine und Landesregierung erarbeiten Leitfaden

Treffen von Karnevalsvereinen und Landesregierung : „Karnevalsgipfel“ verabredet Leitfaden für Frohsinn trotz Corona

Normalerweise laufen jetzt die Vorbereitungen für die neue Session auf Hochtouren. Wegen der Corona-Pandemie sind alle vorsichtig – doch die Karnevalisten aus Düsseldorf und Köln wollen trotzdem feiern und einen Leitfaden für die Kommunen entwickeln.

Auch der karnevalistische Frohsinn muss in diesem Jahr natürlich corona-konform organisiert werden. Dabei soll den Kommunen in Nordrhein-Westfalen eine Art „Narren-Knigge“ mit Empfehlungen und Informationen helfen. Das ist jetzt bei einem Spitzentreffen der Festkomitees der Karnevalshochburgen Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln mit dem Chef der Staatskanzlei vereinbart worden, wie die Landesregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mitteilte.

Da derzeit nicht absehbar sei, wie sich die Corona-Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln werde, solle eine gemeinsame Basis erarbeitet werden für die Genehmigung der Veranstaltungen vor Ort.

Das Thema Karneval und Corona sorgt im Rheinland seit Wochen für Debatten. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte sich jüngst gegen Straßenveranstaltungen zur traditionellen Sessionseröffnung am 11.11. ausgesprochen: „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit“, hatte er Ende Juni gesagt.

Dagegen hatte sich unter anderem der Bund Deutscher Karneval gewehrt. „Wir verurteilen solche Aussagen. Sie schaffen nur Verunsicherung und sind kontraproduktiv für alle Planungen in einer Zeit, für die die Corona-Lage noch gar nicht absehbar ist“, hatte Präsident Klaus-Ludwig Fess gesagt. Auch das Comitee Düsseldorfer Carneval und das Festkomitee Kölner Karneval hoffen noch auf den Karnevalsauftakt am 11.11. In Düsseldorf wurde vor Kurzem das neue Prinzenpaar für die Session vorgestellt – im Autokino.

Die Karnevalisten wollen dem Land bis Anfang August ein Konzept vorlegen, unter welchen Bedingungen aus ihrer Sicht Veranstaltungen stattfinden könnten. Das Gesundheitsministerium werde die Vorschläge prüfen. Im September habe man dann noch immer genug Zeit, die Sessions-Eröffnung am 11.11. vorzubereiten, sagte der Sprecher des Festkomitees Kölner Karneval, Michael Kramp, am Samstag.

Denkbar sei etwa bei der Sessionseröffnung eine reduzierte Zahl von Teilnehmern, die sich vorher über eine App anmelden müssten, und unterteilt in kleinere Gruppen teilnehmen können - und auch mehrere dezentrale Veranstaltungen: „Immer unter der Voraussetzung, dass man davon ausgehen muss, dass sich die Menschen nicht verbieten lassen in die Stadt zu kommen. Das ist momentan ja auch nicht verboten.“

Besucherströme müssten irgendwie reguliert werden. „Es geht darum, dass wir unsere Verantwortung sehen, dass man das karnevalistische Treiben organisieren muss.“ Am Ende stehe die Frage, ob die noch zu entwickelnden Vorschläge organisierbar und finanzierbar seien und das NRW-Gesundheitsministerium zustimme.

(kess/dpa)