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Karneval in der Pandemie 2022: Deiters Sitzung in Köln

Büttenreden, kölsche Musik und Fastelovend : Große Karnevalssitzung in Köln trotz Omikron

In Köln steigt am Samstag eine Karnevalsfeier mit 275 Gästen in einem Hotel. Es soll die erste große närrische Veranstaltung dieser Art in diesem Jahr sein. Der Veranstalter hofft, dass andere Karnevalisten dem Beispiel folgen werden.

Eigentlich haben sich die meisten Jecken schon damit abgefunden, dass es infolge der Pandemie auch in dieser Session nichts mit großen Feiern und Sitzungen werden wird. Der Kostümhersteller Deiters versucht das nun zu ändern und veranstaltet am Samstag in einem Kölner Hotel eine Karnevalsfeier. „Wir haben gesehen, dass sich bislang keiner getraut hat, so eine Veranstaltung zu machen. Darum fangen wir damit jetzt einfach an“, sagt Geschäftsführer Björn Lindert. „Wir hoffen, dass wir auch vonseiten der Vereine und Gesellschaften Nachahmer finden werden.“

Aus Sorge vor Ansteckungen mit dem Coronavirus fallen landesweit Karnevalssitzungen, Umzüge und närrische Veranstaltungen aus – oder sind verschoben worden.  „Diese Art von Veranstaltungen –  wie wir sie jetzt machen –  sind aber laut Corona-Schutzverordnung explizit erlaubt“, sagt Lindert. „Es sind eigentlich viel mehr Dinge möglich aktuell als umgesetzt werden“, betont er.  Tatsächlich heißt es in der Corona-Schutzverordnung, dass Karnevalsveranstaltungen und vergleichbare Brauchtumsveranstaltungen in Innenräumen, bei denen das Tanzen nicht im Vordergrund stünde, nach den aktuellen Regeln nur mit vollständig geimpften oder genesenen Personen durchgeführt werden dürften, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen müssten (2G-Plus).

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Bei der Sitzung am Samstag in dem Kölner Hotel, bei der es auch ein Dinner geben wird, gilt die 2G-Plus-Regel, kontrolliert wird am Eingang; eine Maskenpflicht im Saal gibt es aber nicht. „Wir haben nämlich auch ein gastronomisches Angebot“, erklärt Lindert. 275 Leute dürfen teilnehmen; die Sehnsucht nach Büttenreden, kölscher Musik und Fastelovendsgefühl sei bei vielen Menschen im Rheinland groß, sagt er; das habe man beim Kartenverkauf festgestellt. „Wir haben uns spontan zu der Veranstaltung entschlossen und erst am Dienstag mit dem Kartenverkauf begonnen“, sagt er. Weitere Karnevalssitzungen sind bereits geplant, die nächste direkt am Sonntag.

Das Festkomitee Kölner Karneval äußert sich auf Anfrage neutral zu der Karnevalssitzung am Samstag und verweist auf eine nicht so eindeutige Corona-Lage für Veranstaltungen wie im Lockdown im Vorjahr. „Das führt dazu, dass neben den staatlichen Vorgaben auch eine große Eigenverantwortung gefragt ist. Unsere Gesellschaften gehen mit dieser Verantwortung um, in dem sie große Veranstaltungen abgesagt haben und stattdessen kleine, meist interne Abendessen mit einer oder zwei Programmnummern planen“, heißt es beim Festkomitee. Einige Bands arbeiteten an Konzerten mit festen Sitzreihen. „Auch das ist sicher eine kreative Lösung, im kleinen, sicheren Rahmen ein wenig Karnevalsgefühl zu vermitteln“, so das Festkomitee weiter. Bei geselligen Sitzungen in engen Innenräumen würde hingegen eine Vermischung des Publikums mit entsprechend vielen Kontakten stattfinden. „Da muss man im Einzelfall sehr genau hinsehen und die Situation angesichts der Entwicklungen ständig neu bewerten.“

Die Stadt Köln verweist darauf, dass unabhängig von der Veranstaltungsart grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung besteht, wenn viele Menschen ohne Abstand und Maske im Innenraum zusammenkommen. „Es liegt daher zunehmend in der Eigenverantwortung der Bürger und Bürgerinnen, eine individuelle Risikoabwägung vorzunehmen", sagt eine Sprecherin der Stadt.

(csh)