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Karneval 2020 in NRW: Altweiber-Bilanz aus Düsseldorf, Köln, Leverkusen

Festnahmen und Anzeigen in NRW : Deutlich mehr Einsätze an Altweiber in Düsseldorf

Tausende Jecken feierten am Donnerstag ausgelassen Altweiber in NRW. Für die Polizei in den rheinischen Städten bedeutete der Start des Straßenkarnevals viel Arbeit. Eine Bilanz.

Düsseldorf

Die Nacht sei einsatzintensiv gewesen, teilte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf am Freitagmorgen mit. Es sei der typische Karnevalswahnsinn gewesen. Genaue Zahlen nannte der Sprecher nicht.

Die Düsseldorfer Feuerwehr rückte an Altweiber bis 18 Uhr zu 648 Einsätzen im Stadtgebiet aus. Im Vorjahr waren es 535 gewesen. Darunter waren 428 Notfalleinsätze und Krankentransporte (2019: 335). Sanitäter versorgten in den Unfallhilfsstellen 230 Karnevalisten (2019: 185), 83 von ihnen (2019: 77) mussten zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Die häufigsten Ursachen waren Herz-Kreislauf-Probleme und übermäßiger Alkoholkonsum, wie die Feuerwehr am Freitagmorgen mitteilte. 32 Minderjährige (2019: 23) wurden wegen zu viel Alkohol medizinisch versorgt. Zwei Menschen wurden in der Altstadt durch Glas verletzt (2019: 0). In der Düsseldorfer Altstadt gilt ein Glasverbot.

Die Feuerwehr rückte zu sieben Brandeinsätzen (2019: 7) und acht technischen Hilfeleistungen (2019: 8) aus. Mehr als 200 vor allem ehrenamtliche Helfer waren im Einsatz.

In der Düsseldorfer Altstadt wurde der Veranstaltungsbetrieb an Altweiber wegen einer Sturmwarnung zeitweise unterbrochen. Das Zelt auf dem Burgplatz wurde geschlossen. Nach 21 Uhr ging es dann heiter weiter.

Köln

Die Kölner Polizei war an Altweiber mit mehr als 1000 Kräften im Einsatz. Wegen des großen Andrangs in der Innenstadt mussten die Zugänge zur Zülpicher Straße ab 14 Uhr zeitweise gesperrt werden. Die ersten Ingewahrsamnahmen erfolgten bereits gegen 12.35 Uhr. Nach eigenen Angaben waren die Beamten vor allem am Nachmittag und Abend gefordert, „da der zunehmende Alkoholkonsum unter anderem in Schlägereien ausartete“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Bis Freitag fertigten Polizisten in Köln 330 Strafanzeigen (Vorjahr 528). Sechs Polizisten wurden bei Widerstandshandlungen leicht verletzt. Es gibt Ermittlungen in 14 Fällen (Vorjahr: 16) von mutmaßlichen Sexualdelikten in Köln und Leverkusen. Diese Straftaten belaufen sich im Wesentlichen auf sexuelle Belästigungen und exhibitionistische Handlungen. In Köln wurden 13 betrunkene E-Scooter-Fahrer gestoppt, sie mussten Blutproben abgeben.

Die Kölner Bundespolizei war mit 270 Polizisten im Einsatz. Nach Angaben der Behörde verlief die Anreise der Jecken durchweg störungsfrei. Bis 21 Uhr gab es 20 Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr sowie wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und Waffengesetz. Gegen 16 Uhr nahm ein 20-Jähriger eine „Abkürzung“ über die Gleise, sodass eine Bahnfahrerin die Notbremse ziehen musste. Zudem wurden ein Messer und Marihuana sichergestellt.

Am Abend wurde der Einsatz von einem tödlichen Unfall am Bahnhof Ehrenfeld überschattet. Eine 29-jährige Frau war auf die Gleise gestürzt, von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden.Der Chef der Kölner Feuerwehr, Christian Miller, zog nach Weiberfastnacht eine positive Bilanz und betonte den respektvollen Umgang der Feiernden mit den Rettungskräften - trotz gestiegener Einsatzzahlen. 2006 Notrufe gingen in der Leitstelle der Feuerwehr ein, doppelt so viele wie an einem normalen Tag. Mehr als 900 Mal mussten Feuerwehr und Rettungsdienste ausrücken. „An Weiberfastnacht sorgten bis zu 700 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, den Hilfsorganisationen und dem Technischen Hilfswerk für die Sicherheit der Jecken in der Stadt“, sagte Miller.

Leverkusen

Die Polizei sprach in Leverkusen gegen 33 Karnevalisten Platzverweise aus. Zwei Männer wurden wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung vorläufig festgenommen. Insgesamt gab es 28 Strafanzeigen, unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstand, Sachbeschädigung sowie Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz.

Kreis Wesel

Im Kreis Wesel gab es an Weiberfastnacht elf Einsätze mit Karnevalsbezug, darunter vier Platzverweise und vier Körperverletzungsdelikte. Zudem wurden sieben Menschen in Gewahrsam genommen. Bei Autokontrollen wurden drei Blutproben wegen des Verdachts auf Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss genommen, zwei Führerscheine wurden sichergestellt.

Bonn

In Bonn wurden bis zum Altweiber-Abend sechs Menschen in Gewahrsam genommen. Sie waren betrunken, hatten randaliert oder waren einem der 82 ausgesprochenen Platzverweise nicht nachgekommen, wie die Polizei am Freitagmorgen mitteilte. Bei einem als Polizist verkleideten 19-Jährigen wurde Marihuana sichergestellt. Zudem wurde ein 22-Jähriger, der offenbar betrunken auf einem E-Scooter fuhr, kontrolliert. Er war durch das Fahren in Schlangenlinien aufgefallen. Bei ihm stellten die Beamten einen Wert von rund 2,1 Promille fest.

Ratingen

In Ratingen gab es 26 Polizeieinsätze mit karnevalistischem Hintergrund: 18 Platzverweise wurden gegen meist stark alkoholisierte Personen ausgesprochen. Vier von ihnen bekamen Anzeigen wegen Beleidigungen und Körperverletzungen.

Langenfeld und Monheim

In Langenfeld und Monheim gab es eine Körperverletzung, zwei weitere Delikte (Widerstand und Drogen) wurden zur Anzeige gebracht. Zudem wurde ein Autofahrer, der ohne gültigen Führerschein und unter Cannabis-Einfluss fuhr, gestoppt.

Hilden

In der Unterführung zum Neumarkt kam es an Altweiber zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen. Es wurde eine Strafanzeige gestellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die schönsten Fotos von Altweiber 2020 in Düsseldorf