Karneval 2014: Hausverbot für nichtrauchenden Bürgermeister

Essen: Narren: Hausverbot für nichtrauchenden Bürgermeister

Mit dem neuen Nichtraucherschutzgesetz ist jetzt auch der Karneval rauchfrei - eigentlich. Weil er sich über qualmende Jecken auf einer Galasitzung beschwerte, ist ein Essener Bürgermeister bei den "Rittern des Frohsinns" nun nicht mehr gern gesehen.

Beim Rauchverbot hört für diese Karnevalisten der Spaß auf: Nach seiner Beschwerde über qualmende Jecken bei einer Narrensitzung haben die "Ritter des Frohsinns" den dritten Bürgermeister Essens Rolf Fliß (Grüne) ausgeladen. Der Karnevalsverein habe dem Grünen-Politiker nach einer Diskussion über Sinn und Unsinn des Nichtraucherschutzgesetzes Hausverbot erteilt - "damit es bei unseren Veranstaltungen erst gar nicht zu Ärger kommt", begründete Peter Schikfelder, zweiter Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft, am Montag den Schritt, über den die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet hatte.

"Wenn es ein Gesetz gibt, dann muss man sich auch daran halten. Man kann doch wohl auch ohne Rauch Karneval feiern und fröhlich sein", ist dagegen die Haltung des Essener Bürgermeisters Fliß, der selbst Nichtraucher ist. Bei einer Galasitzung hatten er und seine Frau einige Raucher gebeten, "innerhalb geschlossener Räume das massive Rauchen einzustellen", was ihnen Buhrufe der Betroffenen eingebracht habe, erläuterte Fliß auf Anfrage.

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Seit Mai letzten Jahres gilt in Nordrhein-Westfalens Gaststätten und Festsälen striktes Rauchverbot - auch bei Karnevalsveranstaltungen. Als Veranstalter halte man sich zwar an das Rauchverbot, sagte Schikfelder, "aber wir können ja nicht jeden einzelnen Gast kontrollieren". Seine Erfahrung seit dem nordrhein-westfälischen Rauchverbot, das er für "überflüssige Gängelung" hält: Weil Raucher vor die Tür müssten, sei der Saal immer halb leer. "So kommt keine richtige Stimmung auf".

(lnw)
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