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Nach Betrugsvorwürfen gegen DKV-Funktionäre: Karate-Verbandschef lehnt personelle Konsequenzen ab - vorerst

Nach Betrugsvorwürfen gegen DKV-Funktionäre : Karate-Verbandschef lehnt personelle Konsequenzen ab - vorerst

Der Präsident des Deutschen Karateverbandes (DKV), Wolfgang Weigert, lehnt personelle Konsequenzen aus den Betrugsvorwürfen gegen zwei hochrangige DKV-Funktionäre vorerst ab.

"Es stimmt, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt", sagte der 60-Jährige am Freitag gegenüber unserer Redaktion, "aber für mich gilt die Unschuldsvermutung". Wenn die Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft gegen DKV-Geschäftsführerin Gunda Günther und DKV-Ehrenpräsident Roland Hantzsche aber "zu einer Anklage führen sollten, wird das Präsidium unverzüglich über neue Maßnahmen entscheiden", kündigt Weigert an.

Wie berichtet ermittelt die Essener Staatsanwaltschaft gegen Günther und Hantzsche wegen des Verdachts auf Untreue und Geldwäsche. Sie sollen die Produktion des Verbandsmagazins zum Teil über eigene Firmen abgewickelt haben und sich dabei auf Kosten des DKV persönlich bereichert haben. Ebenfalls ermittelt wird gegen einen Düsseldorfer Tarot-Kartenleger und Hundepsychologen wegen des Verdachts auf Beihilfe.

DKV-Präsident Weigert bestreitet, dass die Affäre DKV-Sponsoren verschrecken und dadurch die Karate-Weltmeisterschaft in Gefahr bringen könnte. Die Karate-WM soll im November in Bremen ausgetragen werden. Weigert: "Wir erhalten pro Jahr nur einen vierstelligen Sponsoren-Zuschuss. Die Weltmeisterschaft kostet einen siebenstelligen Betrag. Schon wegen dieser Relationen haben mögliche Reaktionen unserer Sponsoren auf die Weltmeisterschaft keinen Einfluss." Allerdings räumte Weigert ein, dass auch das Bundesinnenministerium bei der Karate-WM mit einem fünfstelligen Betrag für eventuelle Verluste des DKV bürgt. Das Bundesinnenministerium hat sich auf Anfrage bis zum Nachmittag noch nicht zu der Affäre geäußert.

(tor)